Düstere Familiengeschichte

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Island 1967
Marsibil ist vierzehn, introvertiert, eher schüchtern, einsam und im besten Teenageralter, also mit der Welt im Allgemeinen unzufrieden. Anders als ihre ältere Schwester Stine, bildhübsch, extrovertiert und mit großem Freundeskreis. Marsibil liebt und hasst Stine gleichermaßen. Bei ihrem Brieffreund gibt sie sich deshalb als Stine aus um interessanter zu wirken, doch dann soll es zu einem Treffen zwischen Marsibil und dem Unbekannten kommen, das Marsibil verpasst und Stine seitdem verschwunden ist. An Marsibil nagt seitdem der Zweifel, ob ihr Brieffreund etwas damit zu tun haben könnte.
Reykjavik 1977
Marsibil ist inzwischen erwachsen und lebt in der Hauptstadt, zum Tag des Verschwindens ihrer Schwester, der sich zum zehnten Mal jährt, fährt sie wieder zu ihren Eltern in ihre Heimatstadt, fest entschlossen das Verschwinden ihrer Schwester aufzuklären, denn nach über zehn Jahren hat sich ihr Brieffreund wieder gemeldet.
Home Before Dark ist ein bemerkenswerter Psychothriller mit einer sehr eigenwilligen und nicht unbedingt sympathischen, dafür aber umso interessanteren Protagonistin.
Eva Björg Ægisdóttir skizziert ganz subtil eine düstere Familienidylle, eine Nachbarschaft die offensichtlich hilfsbereit ist und trotzdem von Neid, Missgunst und Heimtücke durchsetzt ist. Man möchte nicht wirklich in dieser Umgebung leben, sie verursacht schon beim Lesen eine Gänsehaut. Gut gesetzte Spannungsbögen und viele geschickte Wendungen ließen mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Ein klein wenig zu kurz kam mir nur der Zeitgeist der siebziger Jahre, irgendwie hatte ich ständig das Gefühl die Geschichte spielt in der heutigen Zeit und nicht von vor fast sechzig Jahren.