Düsterer Thriller, mit dem ich nicht warm werde

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
buchfan Avatar

Von

Irgendwie packt es mich nicht. Der Funke springt bei diesem Thriller einfach nicht über. Der Schreibstil gefällt mir, die Perspektiv- und Zeitwechsel ebenso. Das hält die Spannung grundsätzlich hoch. Der Leser folgt Marsi und Stina in den 70er und 60er Jahren. Die Schwestern sind sehr unterschiedlich. Stina ist begabt, schön und kommt überall gut an. Marsi ist schüchterner, spröder, nicht so gefällig. Als Stina verschwindet, genau an dem Abend, an dem Marsi sich unter ihrem Namen mit einem geheimnisvollen Brieffreund verabredet hat, gibt Marsi sich die Schuld, schweigt aber. Jahre später will sie das Geheimnis lösen. Nach und nach enthüllt sich aus verschiedenen den verschiedenen Perspektiven der Schwestern, was geschah. Das liest sich grundsätzlich spannend. Ich werde aber mit den Figuren, insbesondere mit Marsi und ihren Eltern nicht warm. Alle wirken seltsam düster, abweisend, spröde. Das ständige Ziehen der Haare, das Verschlucken stoßen mich zeitweise richtig ab. Stinas Figur ist die einzige, die mich beim Lesen bei der Stange hält. Ja, es gibt überraschende Twists, aber manche wirken doch recht konstruiert. Einige Handlungsstränge sind auch nicht ganz logisch. Die Wandlung der Mutter gehört für mich dazu. Das Ende enttäuscht mich. Nicht die Auflösung des Falls an sich, da gehe ich noch mit. Aber die letzten Seiten lösen einen seltsamen Widerwillen in mir aus. Warum hat die Autorin sich dafür entschieden? Ich hatte mir von diesem Buch viel versprochen, leider passt es für mich nicht.