Familiengeheimnisse

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gerlisch Avatar

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Das nordische Setting ist für mich ein echtes Highlight. Island bringt diese besondere Mischung aus Weite, Kälte und unterschwelliger Bedrohung mit, die perfekt zu einem Psychothriller passt. Die Autorin transportiert diese Stimmung sehr gut.
Durch den flüssiger Schreibstil kam ich gut durch die Seiten. Geschrieben ist die Story in zwei Zeitebenen, Marsi in der Gegenwart, Stina in der Vergangenheit, dies könnte Spannung erzeugen, hier aber eher ruhig bleibt. Mehrere Perspektivwechsel finde ich immer spannend und interessant, aber hier konnte ich mich nicht in alle Figuren hineinversetzen, besonders nicht in die Hintergründe der Verdächtigen.
Die Grundidee gefällt mir gut. Vor zehn Jahren verschwindet Marsibils Schwester, zurück bleibt nur eine blutige Jacke, ausgerechnet an dem Ort, an dem Marsi sich mit ihrem geheimen Brieffreund treffen wollte. Das ist ein starker Ausgangspunkt, der sofort Fragen aufwirft und emotional wirkt.
Gelungen sind die famiilären Spannungen, die die Story tragen und das tröpfchenweise vermittelte Unbehagen, das typisch für Psychothriller ist.
Zum Ende hin gab es für mich einige überraschende Wendungen, trotzdem fehlte mir die anhaltende Spannung, die einen Psychothriller wirklich packend macht. Die Atmosphäre war da, aber der Nervenkitzel blieb eher verhalten.