Fesselnder Psychothriller!

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elodie_holmes Avatar

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Was, wenn du nicht einmal weißt, ob du deinen eigenen Gedanken trauen kannst?

„Home Before Dark“ ist ein Psychothriller der isländischen Bestseller-Autorin Eva Björg Ægisdóttir aus dem Kiepenhauer & Witsch Verlag.

Marsibils Schwester Kristín („Stína“) ist seit zehn Jahren verschwunden. Auch wenn Marsí selbst nicht weiß, was mit ihr geschehen ist, gibt sie sich die Schuld an dem Verschwinden ihrer Schwester. Schließlich wollte sie sich an diesem verhängnisvollen Abend im November 1967 mit ihrem Brieffreund Bergur treffen – an genau dem Ort, an dem später Stínas blutiger Anorak gefunden wurde. Marsí bereut bis heute, dass sie das Treffen verschlafen hat. Als nach zehn Jahren Funkstille ein weiterer Brief ihres Brieffreundes auftaucht, ist schnell klar: Marsí könnte die nächste sein…

Aufmachung
Für mich haben sowohl das Cover als auch Innenklappengestaltung die düstere Atmosphäre des Psychothrillers hervorragend eingefangen. Der Farbschnitt passt zum Cover, konnte aber meinen persönlichen Geschmack nicht treffen.

Schreibstil
Den Schreibstil der Autorin empfand ich als eher kühl, nüchtern und distanziert, Emotionen wurden eher weniger spürbar. Dadurch konnte mich der Schreibstil nicht zu 100% überzeugen. Ich brauchte daher eine Weile, um in die Geschichte hineinfinden zu können.
Erzählt wird mit Zeitsprüngen sowohl aus der Sicht von Marsibil in der Gegenwart der Geschichte (1977) als auch aus Stínas Sicht in der Zeit vor ihrem Verschwinden (1966-1967).
Besonders schwierig fand ich anfangs auch den Umgang mit den isländischen Namen der Figuren, an die ich mich letztlich aber gut gewöhnen konnte.

Spannungsbogen
Dennoch konnte mich die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite fesseln, sodass ich „Home Before Dark“ kaum aus der Hand legen wollte. Bereits auf den ersten Seiten lässt sich erahnen, dass dieser Psychothriller sehr spannend und mysteriös ist. Doch wie mysteriös und unglaublich es wirklich wird, zeigt sich später. Denn immer, wenn man denkt, diese Figur muss der Täter sein, wird eine neue vorgestellt, die noch viel verdächtiger wird. Immer, wenn ich dachte: Das muss passiert sein, wurde ich von einer neuen Wendung überrascht. Währenddessen wusste man nicht mehr: Wem kann man trauen? Wer lügt? Wer verheimlicht etwas? Ich begann sogar, der Protagonistin zu misstrauen, bei der Erinnerungen, Träume und Gegenwart sich vermischen.
Das Ende war dann noch einmal ein echter Kracher. Diese Art von Wendung habe ich definitiv nicht kommen sehen und sie veränderte meine Sichtweise auf die Geschichte grundlegend – schließlich wusste man nun, wem man trauen konnte und wer doch die ganze Zeit etwas vorgespielt hatte. Mir persönlich sagte das Ende jedoch gar nicht zu.

Figuren
Von echter Sympathien für Figuren kann man in dieser Geschichte wohl kaum sprechen, schließlich ist in irgendeiner Weise wirklich jeder verdächtig. Dadurch konnte ich allerdings weder zur Protagonistin noch zu den anderen Figuren auch nur den Hauch einer Verbindung aufbauen, was die Figuren, sogar die Protagonistin, für mich schwer greifbar machte.

Fazit
Insgesamt überzeugt „Home Before Dark“ meiner Meinung nach vor allem durch seine Spannung und das Gefühl, niemandem trauen zu können. Mir persönlich haben der Schreibstil und die Gestaltung des Endes nicht ganz zugesagt, was aber natürlich Geschmackssache ist. Ich vergebe 4 Sterne.