"Mit Häusern war es wie mit Menschen, das Äußere erzählte nur die halbe Wahrheit."

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jess.liest Avatar

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„Home Before Dark“ war für mich ein echter Überraschungstreffer. Die Autorin Eva Björg Ægisdóttir schafft es von der ersten Seite an, eine unglaublich düstere und beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die einen sofort in ihren Bann zieht. Gerade das raue, eisige Setting Islands verleiht der Geschichte eine ganz besondere Stimmung, die sich konstant durch das gesamte Buch zieht und beim Lesen förmlich spürbar wird.
Besonders gefallen hat mir der Schreibstil der Autorin. Er ist intensiv, atmosphärisch und gleichzeitig unglaublich angenehm zu lesen. Mit einer unterschwelligen Spannung, die permanent im Hintergrund mitschwingt, entsteht rund um die Geheimnisse, Lügen und menschlichen Abgründe eine Sogwirkung, durch die ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich wurde nur immer mal durch die ganzen isländischen Namen und Orte rausgerissen, deren Aussprache für mich kryptisch war. Ehrlich gesagt hätte ich es nicht nichtmal gemerkt, wenn unter den Ortschaften ein 50 Seelendorf aus Mittelerde gewesen wäre.
Die Charaktere sind psychologisch tiefgründig ausgearbeitet und wirken durchweg authentisch. Gerade die Andeutungen verschiedener psychischer Erkrankungen fand ich besonders spannend. Die einzelnen Handlungsstränge greifen dabei perfekt ineinander und sorgen dafür, dass man bis zum Schluss miträtselt. Ich hatte wirklich keine Ahnung, worauf alles hinausläuft. Das Finale hat mich dann eiskalt erwischt und die Geschichte für mich super abgerundet.
Insgesamt ein atmosphärisch unglaublich starker Island-Thriller mit düsterer Stimmung, tiefgründigen Figuren und einer konstanten Spannung, die einen nicht mehr loslässt. Für mich definitiv ein echtes Highlight und eine ganz klare Leseempfehlung!