Schatten der Vergangenheit

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ryria Avatar

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Zehn Jahre ist es her, dass Marsibils Schwester verschwand, nie hat sie herausgefunden, was passiert ist. Ein unerwarteter Brief ihres damaligen Brieffreundes treibt sie an, sich nun als Erwachsene erneut auf die Suche nach der Wahrheit zu machen, doch es scheint, als ob jeder irgendwas verbergen würde.
Ich mochte das Setting total, ein Dorf in Island, mit dieser ganz eigenen Mischung aus düsterer Atmosphäre und nordischen Vibes. Dazu spielt die Geschichte in den Jahren 1966/7 und 1977, was zugleich eine spannende Zeitreise ist, aber auch gut zur Stimmung beiträgt: Es werden alte Krimis im Fernsehen geguckt, es gibt noch keine Handys oder Internet, die Kriminaltechnik ist wesentlich schlechter als heute - kurzum, die perfekten Voraussetzungen um einen Menschen verschwinden zu lassen.

Ich fand den Anfang ein klein wenig zäh, es hat ein wenig gedauert, bis ich ins Buch gefunden habe, was teilweise auch daran lag, dass mich Marsi als Charakter aufgeregt hat. Ihre Handlungen waren für mich nicht immer nachvollziehbar, jedoch habe ich dann mehr und mehr gemerkt, dass sie eine unzuverlässige Erzählerin ist und all dies Teil ihres Charakters ist, was später auch Sinn ergeben hat.
Nach dieser anfänglichen Hürde war das Buch aber echt spannend und hat trotz des eher ruhigen Tempos doch Fahrt aufgenommen.
Besonders gut gefallen haben mir die zwei Perspektiven/Zeitebenen, so konnte man auch die verschwundene Schwester selbst noch kennenlernen und unterschiedliche Spuren erkunden.
Ich hatte im Laufe der Geschichte unzählige Theorien, die Autorin schafft es irgendwie, dass jede Person verdächtig ist und man ein Motiv finden könnte.
Dies bleibt auch bis zum Ende so, es gibt so einige Überraschungen und doch kann man auch super miträtseln und Hinweise entschlüsseln.
Insgesamt ein spannender Thriller in düsterer Kulisse, der alte (Familien-)Geheimnisse und zwischenmenschliche Beziehungen erkundet.