Was ist in jener Nacht passiert?

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Marsibils Schwester Kristin verschwand vor 10 Jahren spurlos und seitdem plagen Marsibil Vorwürfe an ihrem Verschwinden Schuld zu sein. Als ein unerwarteter Brief sie erreicht, fährt sie zu ihren Eltern um dem Veschwinden ihrer Schwester auf die Spur zu kommen. Hierbei erfährt sie viel über ihre Schwester, deren Freunde, ihr Leben und ihre letzten Tage vor dem Verschwinden. Aber sie beobachtet nicht nur den Freundeskreis ihrer Schwester, sondern auch Nachbarn, Lehrer und Eltern.

Besonders gut gefallen hat mir der Aufbau der Geschichte auf zwei Zeitebenen. Einerseits erlebt man die Vergangenheit aus Kristins Sicht in den Jahren 1966 und 1967, andererseits folgt man Marsibil im Jahr 1977. Dadurch hatte ich beim Lesen das Gefühl, beiden Schwestern sehr nah zu kommen. Vor allem Kristin wurde für mich dadurch als Figur sehr greifbar. Gleichzeitig habe ich bei vielen Personen aus ihrem Umfeld immer wieder überlegt, wem man trauen kann und welche Motive hinter ihrem Verhalten stecken könnten.

Die Autorin schafft es durch ihren Erzählstil und den Perspektivwechsel eine Spannung zu erzeugen und diese auch aufrechtzuerhalten, wodurch die Geschichte sehr wendungsreich wird und immer neue Verdächtige ins Spiel kommen. Aber es wird nicht nur Kristins Geschichte, sondern auch die von Marsibil und anderen Charakteren erzählt, die der Geschichte noch mehr Tiefe verleihen.

Mir hat der Thriller sehr gut gefallen und ich habe mich auf viele falsche Fährten locken lassen. Besonders der kurze Teil II hat der Geschichte noch einmal eine andere Sichtweise verliehen und es wurden sehr viele Fragen des ersten Teils beantwortet.

Für mich war das ein spannender und atmosphärischer Thriller, der mich bis zum Schluss neugierig gemacht hat.