Zu viel an negativem Ambiente

Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
easymarkt3 Avatar

Von

Die Szenerie spielt grössenteils im dörflichen Island. Hauptfiguren sind 2 charakterlich unterschiedliche Schwestern, anfangs 14 und 16, in nicht alltäglichem, Geheimnis umwitterten Familienambiente. Auf zwei Zeitebenen, 1967 und 1977, geht es zunächst um die nun 24-jährige Marsibil Karvelsdóttir, kurz Marsi, die seit vielen Jahren verfolgt wird von Alpträumen, Schuldgefühlen, Scham und Ängsten aufgrund des ungelösten Verschwindens ihrer älteren Schwester Kristín Karvelsdóttir, auch Stina genannt, im Jahr 1967. Aus deren Perspektiven wird im Wechsel deren Schul- und Freizeitverhalten beleuchtet. Eine geheime Brieffreundschaft, ein Kunstkurs an der VHS, Parties mit viel Alkohol und Sexerfahrungen, Familienprobleme prägen die Pubertät beider Mädchen. Ein nach 10 Jahren erneut erhaltener, rätselhafter Brief und ein Zeitungsartikel motivieren Marsi, endlich die Wahrheit nicht nur im schwierigen familiären Rahmen aufzudecken. Das eigenartige Verhalten besonders der Mutter mit ihrem Schlafwandeln und ihrem Geheimnis rund um den verdrängtem Aufenthalt im ehemaligen Ärztehaus 1943 als schwangere 14-Jährige sorgen neben den Befragungen weiterer Isländer für mäßige Spannung, wenn auch historisch interessant. Der Charakter und die extremen Gefühlszustände von Marsi wie aggressives Schlafwandeln Haarbüschel ausreißen etc. aufgrund ihrer Schuldgefühle gegenüber ihrer vermissten Schwester ist schwer vorstellbar. Dagegen ist der offene, hilfsbereite, verantwortungsvolle Charakter der künstlerisch begabten Stina leichter zu erfassen. Das langsame Aufdecken von Lügen, Beweismaterial wie z.B. Fotos, gelbem Haarband oder Polizeiberichten ermöglichen ein langatmiges Miträtseln. Erst im letzten Drittel grenzen Marsis Ermittlungen das zu große Heer potentieller Verdächtiger ein.
Insgesamt zu viele psychologische Problematiken und Dysfunktionen. 2,5*