Auf verstörende Weise gut
Der im Klappentext angekündigte wilde Themenmix hat mich neugierig gemacht und das Buch hat mich nicht enttäuscht. Es ist rasant, wild, ungestüm, intelligent und spannend. Yrsa ist trotz des nordischen Namens eine schwarze Frau mit karibischen Wurzeln. Da sie an der Uni unterrichtet und an ihrer Doktorarbeit schreibt, gibt es viele soziologische Diskurse, die zum Denken anregen. Das Wissen aus ihrem Studienfach nutzt Yrsa um das Verhalten anderer ihr gegenüber vorherzusehen und auch zu manipulieren. Sie nutzt Sex als Machtmittel, ist ein wütender Racheengel auf Abwegen, der aus den richtigen Gründen das Falsche tut. Trotz ihrer soziopathischen, psychopathischen Zügen ist sie irgendwie sympathisch. Mir haben ihre Freundschaften gut gefallen und auch der Blickwinkel einer schwarzen, jungen Frau auf die Welt. Die Handlung ist unerwartet und spannend, das Thema weibliche Rache fand ich sehr interessant. Der Schreibstil ist gut zu lesen, durch die wilde Handlung gerät er aber in den Hintergrund. Ich wünsche mir eine Fortsetzung, da mir Honey sehr gut gefallen hat.