Eine Doktorandin auf Abwegen
Cambridge University in Großbritannien: Yrsa, eine schwarze Studentin und Doktorandin im Bereich Soziologie, hatte gar nicht die Absicht, Erick Richardson zu töten. Aber der Cambridge-Professor hat die Forschungsergebnisse ihrer Freundin Nina gestohlen. Als Yrsa eine Biene in seine San-Pellegrino-Flasche schnippt, denkt sie, er würde bloß einen schmerzhaften Stich erleiden. Aber dann ist Richardson tot. Yrsa fühlt sich plötzlich sehr lebendig und verspürt den Drang, es nicht bei dem einen Todesfall zu belassen…
„Honey“ ist der Debütroman von Imani Thompson.
Der Inhalt des Romans ist düster und abgründig. Es geht in erster Linie um Misogynie, Sexismus, strukturelle Ungerechtigkeit, Rassismus und Gewalt gegen Frauen. Intersektionaler Feminismus und rassistische Diskrimierung sind dabei die wichtigsten Schwerpunkte.
Vor allem ist die Geschichte allerdings ein Gedankenexperiment: Sie zeigt eine radikale Form von Selbstjustiz. Was passiert, wenn sich weibliche Wut in Rache- und Mordgelüste steigert, wenn Frauen zurückschlagen und sich so extrem verhalten, wie es sonst nur brutale Männer und Serienkiller tun?
Auf den rund 400 Seiten ist der Roman einerseits also eine scharfe Gesellschaftskritik. Andererseits haben wir es gleichzeitig mit einer schwarzhumoriger Unterhaltung zu tun, die bewusst provoziert, schockiert und übertreibt. Nicht jedes Detail der Handlung wirkt durchweg realistisch. Dies hat mich jedoch kaum gestört.
Yrsa ist eine interessante Protagonistin: eine Antiheldin mit moralischen Defiziten und Charakterfehlern. Ihre Gedanken und Gefühle sind nicht vollständig nachvollziehbar, werden aber sehr gut deutlich. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass ihr feministisches Anliegen noch besser herausgearbeitet worden wäre, da sonst der Eindruck entsteht, sie handele nur aus Langeweile.
Der Roman ist in drei Teile untergliedert, die aus insgesamt 32 Kapiteln bestehen. Erzählt wird die Geschichte im Präsens und in personaler Perspektive aus der Sicht von Yrsa.
Die Sprache ist modern und rau, teilweise etwas vulgär, aber passend zur Story. Letzteres trifft auch auf das Gendern zu. Auch darüber hinaus empfinde ich die Übersetzung von Asal Dardan als gelungen.
Das deutsche Cover wirkt im Gegensatz zur britischen Originalausgabe fad und ein wenig uninspiriert. Zudem missfällt mir, dass es mit der Hilfe von KI erstellt wurde. Der Titel wurde hingegen 1:1 aus dem Original übernommen.
Mein Fazit:
„Honey“ von Imani Thompson ist eine wilde Mischung aus anspruchsvoller Gesellschaftskritik und fesselnder Unterhaltung. Das ungewöhnliche Debüt hat zwar kleinere Schwächen, ist aber durchaus lesenswert.
„Honey“ ist der Debütroman von Imani Thompson.
Der Inhalt des Romans ist düster und abgründig. Es geht in erster Linie um Misogynie, Sexismus, strukturelle Ungerechtigkeit, Rassismus und Gewalt gegen Frauen. Intersektionaler Feminismus und rassistische Diskrimierung sind dabei die wichtigsten Schwerpunkte.
Vor allem ist die Geschichte allerdings ein Gedankenexperiment: Sie zeigt eine radikale Form von Selbstjustiz. Was passiert, wenn sich weibliche Wut in Rache- und Mordgelüste steigert, wenn Frauen zurückschlagen und sich so extrem verhalten, wie es sonst nur brutale Männer und Serienkiller tun?
Auf den rund 400 Seiten ist der Roman einerseits also eine scharfe Gesellschaftskritik. Andererseits haben wir es gleichzeitig mit einer schwarzhumoriger Unterhaltung zu tun, die bewusst provoziert, schockiert und übertreibt. Nicht jedes Detail der Handlung wirkt durchweg realistisch. Dies hat mich jedoch kaum gestört.
Yrsa ist eine interessante Protagonistin: eine Antiheldin mit moralischen Defiziten und Charakterfehlern. Ihre Gedanken und Gefühle sind nicht vollständig nachvollziehbar, werden aber sehr gut deutlich. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass ihr feministisches Anliegen noch besser herausgearbeitet worden wäre, da sonst der Eindruck entsteht, sie handele nur aus Langeweile.
Der Roman ist in drei Teile untergliedert, die aus insgesamt 32 Kapiteln bestehen. Erzählt wird die Geschichte im Präsens und in personaler Perspektive aus der Sicht von Yrsa.
Die Sprache ist modern und rau, teilweise etwas vulgär, aber passend zur Story. Letzteres trifft auch auf das Gendern zu. Auch darüber hinaus empfinde ich die Übersetzung von Asal Dardan als gelungen.
Das deutsche Cover wirkt im Gegensatz zur britischen Originalausgabe fad und ein wenig uninspiriert. Zudem missfällt mir, dass es mit der Hilfe von KI erstellt wurde. Der Titel wurde hingegen 1:1 aus dem Original übernommen.
Mein Fazit:
„Honey“ von Imani Thompson ist eine wilde Mischung aus anspruchsvoller Gesellschaftskritik und fesselnder Unterhaltung. Das ungewöhnliche Debüt hat zwar kleinere Schwächen, ist aber durchaus lesenswert.