Eine unbequeme Frau

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Yrsa studiert in Cambridge. Sie ist eine unbequeme Frau, die ungeduldig ist, empathielos und nicht gerade bescheiden. Sie langweilt sich schnell und scheint nichts mehr in ihrem Leben zu haben, was sie aufmuntert.

Ihre Freundin Nina vertraut ihr an, dass sie eine Affäre mit ihrem Mentor hat. Der hat sie aber abserviert. Er ist deutlich älter, und es geht das Gerücht um, dass er sogar die Forschungsergebnisse von Nina als seine verkauft. Da kommt Yrsa eine Biene gerade recht, die sich durch sie in eine Flasche Sanpellegrino verirrt, woraufhin der Mentor nach einem Todeskampf das Zeitliche segnet. Yrsa kommt auf den Geschmack und hat plötzlich etwas gefunden, das ihr wieder einen Sinn gibt.

Das Buch unterscheidet sich von anderen Geschichten dieser Art. Yrsa ist eine unsympathische Killerin, die man nicht mögen muss. Dass es mal eine Frau ist, die durch ihr Leben mordet und sich manchmal ohne nachzudenken und dann auch wieder vorsätzlich gewisser Männer entledigt, gibt es auch nicht alle Tage. Sie fängt an, das Spiel zu lieben, ob sie erwischt wird. Doch durch ihre Selbstverliebtheit gerät sie bald ins Fadenkreuz von jemandem, der ihr eine anonyme E-Mail schickt, in der steht, dass es einen Mitwisser gibt.

Der Schreibstil ist anders, unbehaglich, aber passend. Ich würde sagen, distanziert. So wie Yrsa. Sie kam mir vor wie Patrick Bateman aus American Psycho, aber ohne so viel Blut. Eine Frau tötet eben auf andere Weise. Geschickt weiß sie, ihre Opfer einzulullen.

Mir hat immer wieder ein wenig Tempo in dem Buch gefehlt. Das hätte dem Ganzen gut getan. Trotzdem hat mich die Geschichte gut unterhalten.

Das Cover ist besonders und hebt sich ab.

Ein Buch, das nicht alle mögen werden und deshalb speziell ist, das schwarzen Humor hat und eine Protagonistin, die ihren Weg geht, egal, wer auf der Strecke bleibt.