Eine ungewöhnliche Heldin

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Das Cover von Honey wirkt modern durch die Farbgestaltung. Der Titel aus Honigbuchstaben fällt sofort ins Auge.

Im Mittelpunkt steht Yrsa, eine junge Frau, die sich in der akademischen Welt bewegt und eigentlich nicht vorhat, wieder zur Mörderin zu werden. Ohne zu viel zu verraten: Aus einem Moment der Wut entsteht eine Geschichte, die gleichzeitig unterhält, provoziert und zum Nachdenken anregt.

Der Schreibstil von Imani Thompson ist pointiert, intelligent und voller schwarzem Humor. Besonders gefallen hat mir, wie die Autorin ernste Themen mit absurden Situationen verbindet. Die Geschichte ist teilweise überspitzt und bewusst überzeichnet, verliert dabei aber nie ihren gesellschaftskritischen Kern. Gerade diese Mischung macht das Buch so besonders.

Yrsa ist eine ungewöhnliche Protagonistin. Sie ist nicht unbedingt eine Figur, die man immer verstehen oder gutheißen muss – aber genau das macht sie interessant. Ihre Wut, ihre Gedanken und ihre Beobachtungen auf die Welt um sie herum sind scharf gezeichnet.

Für mich war Honey vor allem deshalb interessant, weil es sich nicht eindeutig in eine Schublade stecken lässt. Es ist Thriller, Gesellschaftskritik und schwarzhumorige Satire zugleich. Manchmal verstörend, manchmal überraschend komisch, aber immer mit einer klaren Haltung.