female rage trifft weird girl fiction
Könnte Spoiler enthalten!
Ich glaube, ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem ich so wenig wusste, was mich eigentlich erwartet und das ich gleichzeitig so sehr genossen habe. Honey hat mich wirklich komplett überrascht. Ich hatte vor dem Lesen überhaupt keine großen Erwartungen und war am Ende einfach nur begeistert.
Mir hat Yrsa richtig gut gefallen, sie war zwar nicht unbedingt sympathisch aber man ist so nah an ihren Gedanken, dass ich ihre Wut und ihre Beweggründe teilweise erschreckend gut nachvollziehen konnte. Sie beschäftigt sich in ihrer Doktorarbeit mit der gewaltsamen Unterdrückung Schwarzer Frauen und mit der Frage, ob Gewalt überhaupt ein Mittel zur Befreiung sein kann. Und dann beginnt sie, eher durch Zufall, diese Theorie selbst in die Praxis umzusetzen. Das fand ich als Ausgangspunkt schon unglaublich interessant. Vor allem, weil ich mich beim Lesen tatsächlich manchmal dabei ertappt habe, ihre Gedanken so gut zu verstehen, dass ich selbst dachte, bitte bring ihn einfach um. Und gleichzeitig weiß man natürlich, dass genau das völlig absurd ist.
Besonders spannend fand ich, wie lange Yrsa ihre Taten für sich rechtfertigen kann. Anfangs scheint es für alles eine eindeutige Begründung zu geben. Aber je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr gerät dieses System ins Wanken. Ohne zu viel zu verraten, gibt es irgendwann einen Punkt, an dem ihre eigene Begründung nicht mehr aufgeht und trotzdem empfindet sie keine Reue. Genau solche Momente fand ich unglaublich interessant.
Auch der Schreibstil hat für mich sehr gut zu Yrsa gepasst. Es gibt ganz normal erzählte Kapitel, aber zwischendurch auch immer wieder kurze, völlig fragmentierte Passagen. Teilweise sind es nur Gedankenfetzen. Und genau dadurch hatte ich das Gefühl, nicht nur über Yrsas Gedanken zu lesen, sondern wirklich in ihrem Kopf zu sein. Ich mochte auch das Tempo unglaublich gerne. Ich bin wirklich durch die Seiten geflogen und wollte ständig wissen, was als Nächstes passiert. Wird sie erwischt? War das gerade ein Fehler? Kommt sie damit durch? Diese Spannung hat mich richtig gepackt. Beim Ende war ich zuerst etwas unsicher, aber je länger ich darüber nachgedacht habe, desto besser fand ich es. Im Nachhinein glaube ich, dass es genau so richtig war.
Honey ist definitiv ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Aber wenn man mit Weird Girl Fiction und Female Rage etwas anfangen kann, kann ich es wirklich nur empfehlen.
Ich glaube, ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem ich so wenig wusste, was mich eigentlich erwartet und das ich gleichzeitig so sehr genossen habe. Honey hat mich wirklich komplett überrascht. Ich hatte vor dem Lesen überhaupt keine großen Erwartungen und war am Ende einfach nur begeistert.
Mir hat Yrsa richtig gut gefallen, sie war zwar nicht unbedingt sympathisch aber man ist so nah an ihren Gedanken, dass ich ihre Wut und ihre Beweggründe teilweise erschreckend gut nachvollziehen konnte. Sie beschäftigt sich in ihrer Doktorarbeit mit der gewaltsamen Unterdrückung Schwarzer Frauen und mit der Frage, ob Gewalt überhaupt ein Mittel zur Befreiung sein kann. Und dann beginnt sie, eher durch Zufall, diese Theorie selbst in die Praxis umzusetzen. Das fand ich als Ausgangspunkt schon unglaublich interessant. Vor allem, weil ich mich beim Lesen tatsächlich manchmal dabei ertappt habe, ihre Gedanken so gut zu verstehen, dass ich selbst dachte, bitte bring ihn einfach um. Und gleichzeitig weiß man natürlich, dass genau das völlig absurd ist.
Besonders spannend fand ich, wie lange Yrsa ihre Taten für sich rechtfertigen kann. Anfangs scheint es für alles eine eindeutige Begründung zu geben. Aber je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr gerät dieses System ins Wanken. Ohne zu viel zu verraten, gibt es irgendwann einen Punkt, an dem ihre eigene Begründung nicht mehr aufgeht und trotzdem empfindet sie keine Reue. Genau solche Momente fand ich unglaublich interessant.
Auch der Schreibstil hat für mich sehr gut zu Yrsa gepasst. Es gibt ganz normal erzählte Kapitel, aber zwischendurch auch immer wieder kurze, völlig fragmentierte Passagen. Teilweise sind es nur Gedankenfetzen. Und genau dadurch hatte ich das Gefühl, nicht nur über Yrsas Gedanken zu lesen, sondern wirklich in ihrem Kopf zu sein. Ich mochte auch das Tempo unglaublich gerne. Ich bin wirklich durch die Seiten geflogen und wollte ständig wissen, was als Nächstes passiert. Wird sie erwischt? War das gerade ein Fehler? Kommt sie damit durch? Diese Spannung hat mich richtig gepackt. Beim Ende war ich zuerst etwas unsicher, aber je länger ich darüber nachgedacht habe, desto besser fand ich es. Im Nachhinein glaube ich, dass es genau so richtig war.
Honey ist definitiv ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Aber wenn man mit Weird Girl Fiction und Female Rage etwas anfangen kann, kann ich es wirklich nur empfehlen.