Gemischte Gefühle
Yrsa beschäftigt sich in ihrer soziologischen Promotion mit Themen wie Afropessimismus und Intersektionalität - Themen, die ihr als schwarzer Frau persönlich nahe gehen. Als sich durch eine Kombination aus Zufall und Impulsentscheidung die Gelegenheit für ihren ersten Mord ergibt, erlebt sie dies als unerwartetes Hochgefühl. Hierdurch ergeben sich für Yrsa ganz praktische Experimente zu Fragen wie "welche Art von Gegengewalt kann einem Opfer zugestanden werden?"...
Ich hatte sehr gemischte Gefühle nach dem Lesen dieses Buches und es fällt mir gar nicht so leicht, diese in eine verständliche Meinung zu sortieren und formulieren. Ich bin großer Fan der Serie "Killing Eve" und hatte mir nach Klappentext und Leseprobe eine ähnliche Mischung aus ungewöhnlichen Charakteren, einer Prise Humor und dem Verschwimmen der eigenen moralischen Werte (auf welcher Seite stehe ich eigentlich?) erwartet. Vielleicht würde meine Wertung noch etwas positiver ausfallen, wenn ich ohne großartige Erwartungshaltung ans Lesen herangegangen wäre.
Yrsa als Protagonistin ist ein sehr spezieller Charakter - vielschichtig und geprägt von Traumata der Vergangenheit. Obwohl man als Leser/in mit in ihre Gedankenwelt und durch den ebenfalls speziellen Schreibstil auch in die Wirrungen jener mitgenommen wird, fiel es mir stellenweise leider schwer nachzuvollziehen, vor welchem Hintergrund Yrsa bestimmte Entscheidungen trifft. Besagter Schreibstil ist für mich künstlerisch sehr wertvoll, da er für mich die fast psychotische Art Yrsas gut einfängt, obwohl in der dritten Person geschrieben wird. Gleichzeitig liest es sich dadurch nicht leicht weg und er hat dazu beigetragen, dass ich bestimmt die Hälfte des Buches brauchte, um mich so richtig einzufinden. Ab dann konnte ich es aufgrund der aufgebauten Spannung kaum noch weglegen.
Das Ende ist – ohne groß spoilern zu wollen – relativ offen gehalten, was für mich einen perfekten Abschluss des Buches bietet. Über die gesamte Handlung habe ich mich im Zwiespalt gefühlt zwischen meinem Impuls, mit Yrsa mitzufiebern und zu hoffen, dass sie nicht erwischt wird, und (gesellschaftlichen) Grundregeln, mit denen man aufgewachsen ist und lebt. Das Ende regt daher zum Nachdenken an darüber, welchen Fortgang der Geschichte man sich wünscht, und ob dieser auf den zweiten Blick der gleiche ist. Das Buch hat daher bei mir noch etwas nachgewirkt.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass den Leser mit „honey“ – wenn man sich auf die ganze Art des Buches einlässt und über zwei/drei Handlungslücken hinwegsieht – ein künstlerisch-handwerklich sehr gelungenes Werk erwartet. Bei entsprechender Neigung regt es außerdem dazu an, sich auch oder gerade als weiße Person mit den abgehandelten Themen auseinanderzusetzen.
Ich hatte sehr gemischte Gefühle nach dem Lesen dieses Buches und es fällt mir gar nicht so leicht, diese in eine verständliche Meinung zu sortieren und formulieren. Ich bin großer Fan der Serie "Killing Eve" und hatte mir nach Klappentext und Leseprobe eine ähnliche Mischung aus ungewöhnlichen Charakteren, einer Prise Humor und dem Verschwimmen der eigenen moralischen Werte (auf welcher Seite stehe ich eigentlich?) erwartet. Vielleicht würde meine Wertung noch etwas positiver ausfallen, wenn ich ohne großartige Erwartungshaltung ans Lesen herangegangen wäre.
Yrsa als Protagonistin ist ein sehr spezieller Charakter - vielschichtig und geprägt von Traumata der Vergangenheit. Obwohl man als Leser/in mit in ihre Gedankenwelt und durch den ebenfalls speziellen Schreibstil auch in die Wirrungen jener mitgenommen wird, fiel es mir stellenweise leider schwer nachzuvollziehen, vor welchem Hintergrund Yrsa bestimmte Entscheidungen trifft. Besagter Schreibstil ist für mich künstlerisch sehr wertvoll, da er für mich die fast psychotische Art Yrsas gut einfängt, obwohl in der dritten Person geschrieben wird. Gleichzeitig liest es sich dadurch nicht leicht weg und er hat dazu beigetragen, dass ich bestimmt die Hälfte des Buches brauchte, um mich so richtig einzufinden. Ab dann konnte ich es aufgrund der aufgebauten Spannung kaum noch weglegen.
Das Ende ist – ohne groß spoilern zu wollen – relativ offen gehalten, was für mich einen perfekten Abschluss des Buches bietet. Über die gesamte Handlung habe ich mich im Zwiespalt gefühlt zwischen meinem Impuls, mit Yrsa mitzufiebern und zu hoffen, dass sie nicht erwischt wird, und (gesellschaftlichen) Grundregeln, mit denen man aufgewachsen ist und lebt. Das Ende regt daher zum Nachdenken an darüber, welchen Fortgang der Geschichte man sich wünscht, und ob dieser auf den zweiten Blick der gleiche ist. Das Buch hat daher bei mir noch etwas nachgewirkt.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass den Leser mit „honey“ – wenn man sich auf die ganze Art des Buches einlässt und über zwei/drei Handlungslücken hinwegsieht – ein künstlerisch-handwerklich sehr gelungenes Werk erwartet. Bei entsprechender Neigung regt es außerdem dazu an, sich auch oder gerade als weiße Person mit den abgehandelten Themen auseinanderzusetzen.