Honigsüße Rache

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ninaveronika Avatar

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„Honey“ von Imani Thompson, erschienen im Rowohlt Verlag, erzählt die Geschichte einer Schwarzen Doktorandin, die, angetrieben von ihrer Wut, zur Serienmörderin wird. Denn immer wieder trifft sie auf Männer, in denen sie all das erkennt, was sie hasst und bekämpfen will. Und so gerät sie immer tiefer in einen Rachefeldzug, aus dem sie schon bald nicht mehr ausbrechen kann.

Puh … „Honey“ war eine wirklich intensive, düstere, teils auch sehr bedrückende Reise. Der Einstieg ins Buch war unglaublich stark und ich war sofort „drin“ in der Story. Ich fand es großartig, wie viele wichtige Themen hier aufgegriffen werden. So setzt Yrsa sich in ihrer akademischen Arbeit unter anderem mit Afropessimismus und Intersektionalität auseinander. Außerdem zeigt „Honey“ eindrücklich, was Misogynoir (der Begriff wurde von der US-amerikanischen queeren, Schwarzen Feministin, Aktivistin und Wissenschaftlerin Moya Bailey geprägt) bedeutet: die Verschränkung von Rassismus und Misogynie, die Schwarze Frauen betrifft. Yrsas Morde sind also nicht „bloßer Nervenkitzel“, sondern werden im Roman als physische Entladung einer für Yrsa unerträglichen systemischen Ungerechtigkeit dargestellt.
Im Laufe des Buches hat mich die Geschichte aber leider etwas verloren. Während man anfangs noch tief in Yrsas Kopf steckt und Zeit bekommt, ihre Beweggründe nachzuvollziehen, werden viele Szenen gegen Ende des Buches zu schnell abgehandelt. Auch konnte ich das Ende leider nicht ganz nachvollziehen und es hat für mich nicht zur restlichen Handlung gepasst.
Trotzdem fand ich „Honey“ insgesamt (gerade aufgrund der wichtigen Themen) gelungen und würde es weiterempfehlen.