Ich hatte mir mehr Spannung erhofft

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josh. Avatar

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Das honigsüße Cover von Honey hat meine Aufmerksamkeit sofort gecatcht. Auch der Klappentext klang nach genau der Mischung, auf die ich Lust hatte: Campusleben, Thriller, Rache und eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik. Leider konnte mich das Buch insgesamt nicht überzeugen.

Im Mittelpunkt steht Yrsa, eine ungewöhnliche Protagonistin, deren Wunsch nach Gerechtigkeit zunehmend aus dem Ruder läuft. Dabei geht es um Macht, Diskriminierung und die Strukturen der akademischen Welt. Klingt spannend. War es für mich leider nur selten.

Vor allem mit Yrsa selbst hatte ich große Probleme. Sie war mir von Anfang an unsympathisch und ich konnte kaum eine Verbindung zu ihr aufbauen. Natürlich muss eine Hauptfigur nicht sympathisch sein, aber bei Yrsa fehlte mir irgendwann der emotionale Zugang völlig. Ihre Entscheidungen haben mich dadurch eher auf Abstand gehalten, als dass ich mit ihr mitgefiebert hätte.

Noch schwieriger fand ich allerdings die vielen langen Gespräche und Gedankengänge rund um ihr Studium und ihre Doktorarbeit. Diese Passagen haben sich für mich enorm gezogen. Teilweise hatte ich eher das Gefühl, ein Sachbuch über den akademischen Betrieb zu lesen, als einen Thriller, der mich packen soll. Gerade bei einem Klappentext, der so deutlich mit Spannung und Rache wirbt, hatte ich mir einfach deutlich mehr Tempo gewünscht.

Die Themen selbst fand ich interessant. Machtmissbrauch, Diskriminierung und die Frage, wie weit man für Gerechtigkeit gehen darf, hätten jede Menge Stoff für einen bissigen und spannenden Roman geboten. Honey wollte mir dabei aber zu oft etwas erklären, statt mich die Geschichte einfach erleben zu lassen.

Schade, denn die Grundidee hatte für mich wirklich Potenzial. Ich hatte mir einen spannenden Campus-Thriller mit einer ambivalenten Hauptfigur erhofft und bekam stattdessen viele Seiten, die sich für mich zäh angefühlt haben. Das Cover bleibt für mich deshalb deutlich aufregender als der Inhalt.