leider sehr enttäuschend für mich

Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
petral. Avatar

Von

Honey von Imani Thompson verbindet Campusroman, Thriller und Gesellschaftskritik. Im Mittelpunkt steht eine ungewöhnliche Protagonistin, deren Wunsch nach Gerechtigkeit immer mehr aus dem Ruder läuft. Dabei geht es nicht nur um Rache, sondern auch um Macht, Diskriminierung und das Leben in der akademischen Welt.

Nach der vielversprechenden Beschreibung hatte ich große Erwartungen an dieses Buch. Die Mischung aus Campusroman, Thriller und schwarzem Humor klang genau nach meinem Geschmack. Leider konnte mich das Buch insgesamt nicht überzeugen.

Die Hauptfigur Yrsa ist sehr unsympathisch. Das allein wäre für mich normalerweise kein Problem, denn auch unbequeme oder moralisch fragwürdige Figuren können eine Geschichte spannend machen. Tatsächlich haben mir die Thriller-Elemente sogar gut gefallen. Diese Abschnitte waren unterhaltsam, teilweise richtig spannend und zeigten, welches Potenzial in der Geschichte steckt.
Leider besteht ein großer Teil des Romans aber aus langen Gesprächen und Gedanken über Yrsas Studium und ihre Doktorarbeit. Diese Passagen zogen sich für mich enorm und erinnerten stellenweise eher an ein Sachbuch als an einen spannenden Roman.
Da sie einen Großteil des Buches ausmachen, habe ich viele dieser Stellen irgendwann nur noch überflogen.
Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen. Es kam für meinen Geschmack viel zu abrupt und hinterließ bei mir nicht das Gefühl eines gelungenen Abschlusses.

Insgesamt gibt es von mir für "Honey" leider keine Leseempfehlung. Ich finde es sehr schade, denn die Grundidee und die spannenden Thriller-Momente hatten wirklich viel Potenzial. Letztlich wurde dieses Potenzial meiner Meinung nach aber nicht ausgeschöpft.