Provokation & Female Rage

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bookiesandbees Avatar

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Ich habe lange überlegt, welche Worte ich für Honey finden soll. Denn ist kein Buch, das ich wirklich gemocht habe — es ist aber auch kein Buch, das man mögen muss!

Gerade die Protagonistin Yrsa war mir den größten Teil über unsympathisch, doch ich denke genau das soll sie auch sein. Yrsa muss und will nicht gefallen, sie provoziert bewusst, spricht Dinge aus, die man sich sonst nur denkt und das knallhart und ohne Vorwarnung. Das Töten ist Teil dieser Provokation. Die Gelegenheitsmorde fand ich dabei gut ausgearbeitet, auch wenn sie gegen Ende hin für mich etwas zu sehr in den Vordergrund gerückt sind.

Yrsa ist also eine Frau, die Männer tötet. Was in gewisser Weise eine überspitzte Darstellung der Female Rage Thematik darstellt, radikal aber vielleicht auch notwendig, um ein symbolisches Spiegelbild des Schmerzes zu sein, dem Ysra und weitere Frauen in Honey, stellvertretend für alle Frauen auf dieser Welt, viel zu selbstverständlich ertragen müssen. Honey ist eine Antwort auf all das Unrecht, die Unterdrückung und das Leid, das Frauen erfahren, einfach weil sie Frauen sind.

Yrsa verkörpert diese Wut und bringt sie in einer extremen Form zum Ausdruck, laut und unerbittlich. Auch abseits der Morde wird ihr radikaler Feminismus deutlich und verliert sich hin und wieder etwas zu sehr in gesellschaftlichen Diskussionen. Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem Female Rage ein so zentrales, greifbares Element war. Und auch wenn es aufgrund der Radikalität und Unnahbarkeit der Protagonistin teilweise etwas schwer für mich war, dieses Buch zu lesen, kann ich es jeder Frau nur ans Herz legen!