Stark, verstörend und zum Nachdenken anregend

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_justme Avatar

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„Honey“ erzählt von Yrsa, einer jungen Frau, die sich mit ihrem Selbstbild, ihrer Rolle als Frau und den Erwartungen ihrer Umwelt auseinandersetzt. Es geht um Beziehungen – zu Männern, Freundinnen und Familienangehörigen. Wie verletzt darf man sein? Darf man, wenn man so sehr in Rage ist, Männer umbringen? Verdienen sie es? Rechtfertigt Ungerechtigkeit einen Mord?

Das Buch hat bei mir ziemlich gemischte Gefühle ausgelöst – und genau das macht es für mich so interessant. Auf der einen Seite fand ich die Geschichte sehr emanzipiert und stark, auf der anderen Seite waren manche Gedanken und Sichtweisen der Protagonistin für mich durchaus verstörend.

Gerade dadurch regt das Buch aber zum Nachdenken an: über die eigene Wahrnehmung, über Rollenbilder, Erwartungen und darüber, wie sehr man selbst vielleicht von bestimmten Vorstellungen geprägt ist. Wie nehme ich mich eigentlich wahr? Welche Rolle nehme ich ein – und welche wird mir vielleicht zugeschrieben?

„Honey“ ist für mich deshalb kein Buch, das man einfach nur liest und danach zur Seite legt. Es arbeitet noch eine Weile nach und bringt einen dazu, auch die eigenen Erfahrungen und Gedanken zu hinterfragen.