Super fesselnd
Man begleitet die Protagonistin Yrsa durch ihren Alltag und setzt sich dabei mit Themen wie Wut, Rassismus und struktureller Benachteiligung von Frauen auseinander. Besonders interessant fand ich, wie sie mit den Konsequenzen ihrer Handlungen umgeht, bzw. Gerade nicht. Die Sprache ist sehr derb, woran man sich anfangs erst gewöhnen muss. Mit der Zeit passt sie aber immer besser zur Geschichte und zur Hauptfigur. Während des Lesens schwankte ich immer wieder zwischen Abneigung, Verständnis und Sympathie für die Protagonistin, was sie für mich zu einer vielschichtigen Figur gemacht hat. Trotzdem hatte ich zwischendurch Schwierigkeiten dem Plot zu folgen. Manche Szenen wirkten auf mich etwas beliebig. Die Vorfälle ziehen sich durch das gesamte Buch, meist plötzlich und anfangs nicht erwartet, aber immer super spannend. Man möchte das Buch nicht aus der Hand legen weil im nächsten Kapitel alles passieren kann. Insgesamt ist es ein Buch, das zum Nachdenken anregt und sicher nicht jedem gefallen wird. Wer sich auf eine ungewöhnliche Erzählweise und eine ambivalente Hauptfigur einlassen kann, findet hier eine interessante Lektüre.