Was für ein Ritt

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kaberke Avatar

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Honey von Imani Thompson war für mich ein spannendes Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Gleichzeitig hat es mich stellenweise aber auch sehr verstört – und genau deshalb war es nicht ganz das richtige Buch für mich.

Im Mittelpunkt steht eine unbequeme, wütende Frau, die nicht nur die Menschen in ihrem Umfeld herausfordert, sondern auch uns als Lesende. Das fand ich unglaublich spannend. Das Buch verbindet auf beeindruckende Weise Thriller, Liebesgeschichte und Gesellschaftskritik, ohne dass sich eines dieser Elemente in den Vordergrund drängt.
Besonders faszinierend fand ich die Auseinandersetzung mit dem Konzept des Afropessimismus – ein Begriff, der mir vorher völlig unbekannt war. Gerade die Art und Weise, wie dieses Konzept auf der individuellen Ebene erzählt wird, hat mich sehr beeindruckt: Eine Frau, die in manchen Bereichen durchaus privilegiert erscheint und gleichzeitig als Schwarze Frau intersektionale Diskriminierung erlebt. Sie kämpft mit der Hoffnungslosigkeit ihrer Situation und mit der Frage, ob Gewalt mit Gewalt beantwortet werden muss, damit überhaupt Veränderung möglich ist. Diese moralischen und gesellschaftlichen Fragen haben mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt.

Viele der Themen, die das Buch aufwirft, haben mir sehr gefallen. Vor allem bin ich dankbar, durch diesen Roman den Begriff Afropessimismus kennengelernt zu haben. Gleichzeitig war die explizite Gewalt für mich stellenweise etwas zu viel, weshalb ich einen Stern abziehe.
Trotzdem hat es mir großen Spaß gemacht, mich mit dieser unbequemen Geschichte auseinanderzusetzen. Ich liebe Bücher über wütende Frauen, die sich nicht anpassen und keine einfachen Antworten liefern. Auch das Cover hat mir richtig gut gefallen und der Schreibstil konnte mich komplett überzeugen. Honey ist ein Buch, das unterhält, schockiert und zum Nachdenken anregt – und genau deshalb wird es mir noch lange im Gedächtnis bleiben.