Weibliche und Schwarze Wut

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rosetheline Avatar

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Diesen Roman hatte ich schon in der Verlagsvorschau des Rowohlt Verlags gesehen und sofort gewusst, dass ich dieses Buch lesen muss.

In Imani Thompsons Debütroman "Honey" geht es um Yrsa, eine Doktorandin in Cambridge, die zum Thema Afropessimismus und dem Befreiungs- und Emanzipationsdiskurs Schwarzer Frauen forscht.
Eines Tages erfährt sie von Nina, einer Freundin, die ebenfalls an der Uni forscht, dass sie heimlich eine Affäre mit einem Professor führt, mit dem sie zusammen forscht und der ihre Forschungsinhalte stehlen und unter seinem Namen veröffentlichen will ohne sie zu erwähnen.
Als Yrsa einige Tage später mit einem Kollegen in einem Café sitzt, kommt der Professor zufällig vorbei und setzt sich zu ihnen. Kurze Zeit später sind ihr Kollege und der Professor nicht mehr an ihrem Platz und Yrsa beobachtet, wie sich eine Biene auf den Flaschenhals des Getränks des Professors hinsetzt. Daraufhin schnipst sie die Biene in das Getränk und will dem Professor damit einen Denkzettel verpassen. Doch was sie nicht weiß ist, dass dieser allergisch gegen Bienen ist. Und so kommt es dazu, dass der Professor stirbt. Doch anstatt Reue zu empfinden, fühlt sich Yrsa gut.

Der Roman ließ sich in seiner Gänze sehr gut lesen. Vor allem anfangs bin ich nur so über die Seiten geflogen. Im letzten Drittel verlor die Geschichte ein bisschen an Tempo und einige Thematiken haben sich zu diesem Zeitpunkt auch wiederholt.
Obwohl man als Leserin an einigen Stellen im literarischen Sinn durchaus das Gefühl haben kann auf Yrsas Seite zu sein, merkt man auch, wie schnell das Ganze ausarten kann und, dass Yrsa einige Situationen falsch interpretiert.

"Honey" hat einige Themen zu bieten und ich finde es schwierig das Buch in eine Kategorie zu stopfen. Wer eine Mischung aus "Queenie" von Candice Carty-Williams und "Meine Schwester, die Serienmörderin" von Oyinkan Braithwaite gepaart mit Academia vibes sucht, wird hier ein solides Buch finden. Von meiner Seite aus sind es 3.75 Sterne.