Yrsa - eine ungewöhnliche Figur
Meine Meinung
"Honey" ist für mich ein Buch, das mich gleichzeitig fasziniert und frustriert hat. Ich mochte Yrsas Stimme, dieses rohe, ungefilterte Denken, das manchmal scharf ist und manchmal dann wieder völlig zerfällt. Yrsa wirkt wie jemand, der ständig zwischen Klarheit und Chaos pendelt, und ich fand es spannend, wie der Roman mich direkt in dieses Auf und Ab mitnimmt.
Je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich aber das Gefühl, dass die Geschichte sich in ihrer eigenen Intensität verliert. Manche Passagen wirken für mich eher wie ein Gedankenstrudel, aus dem ich nur schwer wieder rausgekommen bin. Es gibt Momente, in denen Yrsa so tief in ihren eigenen Kopf abrutscht,dass es nur schwer am Ball zu bleiben / bleiben zu wollen.
Stark fand ich die Atmosphäre. So voller Wut und Themen, die nicht „weichgespült“ werden. Yrsa ist keine Figur, die man unbedingt „mag“, aber sie bleibt hängen. Sie ist unbequem, widersprüchlich, verletzlich und gleichzeitig gnadenlos analytisch. Rassismus, Sexismus, Machtstrukturen, die Erwartungen an Frauen – all das ist Teil von Yrsas Realität, und ich mochte, wie der Roman diese Themen nicht im Hintergrund hält.
Gleichzeitig muss ich auch sagen, dass manche Szenen für mich eher wie ein bewusst gesetzter Schock wirken, der nicht immer eine tiefere Bedeutung trägt.
Das Ende hat mich überrascht, aber nicht komplett überzeugt. Es passt zu Yrsa, keine Frage, aber für mich war es eher ein Schlag als eine runde Auflösung.
Fazit-> ein Buch, das viel wagt und mich an einigen Stellen wirklich packt, aber nicht durchgehend trägt.
Klappentext
Das erste Mal hat Yrsa nicht die Absicht zu töten. Aber der Cambridge-Professor, der ihr gegenübersitzt, hat die Forschungsergebnisse ihrer Freundin gestohlen. Als sie die Biene in seine Sanpellegrino-Flasche schnippt, denkt sie, dass er einen schmerzhaften Stich abbekommen wird. Dann ist er tot. Und Yrsa, die – seien wir ehrlich – schon seit einiger Zeit gelangweilt ist, fühlt sich endlich wieder lebendig.
Über die Autorin
Imani Thompson wurde 1998 geboren und ist eine britische Schriftstellerin schottischer, irischer und jamaikanischer Herkunft. Nach ihrem Soziologiestudium an der Universität Cambridge schrieb sie ihren Debütroman Honey, während sie als Buchhändlerin bei Daunt Books arbeitete. Sie lebt in London. Quelle: Verlag / vlb
"Honey" ist für mich ein Buch, das mich gleichzeitig fasziniert und frustriert hat. Ich mochte Yrsas Stimme, dieses rohe, ungefilterte Denken, das manchmal scharf ist und manchmal dann wieder völlig zerfällt. Yrsa wirkt wie jemand, der ständig zwischen Klarheit und Chaos pendelt, und ich fand es spannend, wie der Roman mich direkt in dieses Auf und Ab mitnimmt.
Je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich aber das Gefühl, dass die Geschichte sich in ihrer eigenen Intensität verliert. Manche Passagen wirken für mich eher wie ein Gedankenstrudel, aus dem ich nur schwer wieder rausgekommen bin. Es gibt Momente, in denen Yrsa so tief in ihren eigenen Kopf abrutscht,dass es nur schwer am Ball zu bleiben / bleiben zu wollen.
Stark fand ich die Atmosphäre. So voller Wut und Themen, die nicht „weichgespült“ werden. Yrsa ist keine Figur, die man unbedingt „mag“, aber sie bleibt hängen. Sie ist unbequem, widersprüchlich, verletzlich und gleichzeitig gnadenlos analytisch. Rassismus, Sexismus, Machtstrukturen, die Erwartungen an Frauen – all das ist Teil von Yrsas Realität, und ich mochte, wie der Roman diese Themen nicht im Hintergrund hält.
Gleichzeitig muss ich auch sagen, dass manche Szenen für mich eher wie ein bewusst gesetzter Schock wirken, der nicht immer eine tiefere Bedeutung trägt.
Das Ende hat mich überrascht, aber nicht komplett überzeugt. Es passt zu Yrsa, keine Frage, aber für mich war es eher ein Schlag als eine runde Auflösung.
Fazit-> ein Buch, das viel wagt und mich an einigen Stellen wirklich packt, aber nicht durchgehend trägt.
Klappentext
Das erste Mal hat Yrsa nicht die Absicht zu töten. Aber der Cambridge-Professor, der ihr gegenübersitzt, hat die Forschungsergebnisse ihrer Freundin gestohlen. Als sie die Biene in seine Sanpellegrino-Flasche schnippt, denkt sie, dass er einen schmerzhaften Stich abbekommen wird. Dann ist er tot. Und Yrsa, die – seien wir ehrlich – schon seit einiger Zeit gelangweilt ist, fühlt sich endlich wieder lebendig.
Über die Autorin
Imani Thompson wurde 1998 geboren und ist eine britische Schriftstellerin schottischer, irischer und jamaikanischer Herkunft. Nach ihrem Soziologiestudium an der Universität Cambridge schrieb sie ihren Debütroman Honey, während sie als Buchhändlerin bei Daunt Books arbeitete. Sie lebt in London. Quelle: Verlag / vlb