Zwischen Sympathie und Abneigung

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naddarat Avatar

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Hinter dem Cover hätte ich niemals diesen Inhalt erwartet. Der Klappentext lässt es wie einen Roman wirken, ich würde es jedoch eher dem Thrillergenre zuordnen.

Die Protagonistin Yrsa sieht sich und viele andere Frauen in der heutigen Zeit sowie in der Vergangenheit mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert. Aus diesem Grund startet sie ihren eigenen Rachefeldzug.

Yrsa ist für mich ein sehr komplexer Charakter, da sie extrem Ich-bezogen, arrogant und damit hochgradig unsympathisch wirkt. Im nächsten Moment jedoch kann man ihre Gedankengänge wieder nachvollziehen und befürwortet ihre Handlungen. Auch das schwierige Eltern-Kind-Verhältnis lässt Einen immer wieder im Laufe der Geschichte die Seiten wechseln. Dieses Schwanken zwischen Abneigung und Faszination für den Charakter fand ich sehr gut umgesetzt und super interessant. Der sarkastische, moderne und sprunghafte Schreibstil unterstützt diesen Zwiespalt, den man durch die Story hat.

Lediglich die Reaktionen des Umfeldes auf den Rachefeldzug fand ich zu simpel dargestellt und dadurch unglaubwürdig. Auch wenn ich hier keinen Detektivroman erwarte, hätte ich mir etwas mehr Hinterfragen und Skepsis der anderen Personen gewünscht.

Das Buch beinhaltete für mich im Laufe der Geschichte einige unerwartete Plottwists. Zwischendurch waren ein paar Kapitel etwas langatmig, trotzdem war es ein super interessantes Buch, dessen Story ich mit keinem anderen Buch vergleichen könnte. Die Geschichte lebt jedoch eher von der komplexen Protagonistin, ihrer Gefühlswelt sowie Gedankengänge, als von den tatsächlichen Taten an sich.