Hope Joanna

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terrorkruemel291 Avatar

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Hope Joanna fühlt sich durch den Leseeindruck an wie ein Roman, der ständig leicht neben der eigenen Erwartung läuft – als würde er bewusst nicht dort anfangen, wo man es gewohnt ist.

Statt klarer Krimispur oder geradliniger Geschichte habe ich eher das Gefühl, durch ein vielstimmiges Berlin zu treiben, in dem sich Realität, Überzeichnung und politische Schärfe ständig überlagern. Hope Joanna selbst wirkt dabei wie eine Figur, die mehr trägt als nur den Fall – fast so, als wäre sie eher ein Brennpunkt als eine klassische Ermittlerin.

Was mich besonders hängen geblieben ist, ist dieses ständige Schwanken zwischen Überforderung und Kontrolle. Alles wirkt ein bisschen zu viel: die Stadt, die Themen, die Geschwindigkeit – aber genau dadurch entsteht eine gewisse Sogwirkung. Man liest nicht entspannt, sondern eher mit gespannter Unruhe.

Es ist kein Buch, das einen gemütlich abholt. Eher eines, das einen mitten ins Geschehen schiebt und dort kurz stehen lässt, bis man selbst sortieren muss, was eigentlich gerade passiert ist.

Und genau diese Reibung hat mich neugierig gemacht – weil ich noch nicht sicher bin, ob ich der Geschichte folge oder ob sie mich einfach durchzieht.