Ein etwas anderer Kriminalroman mit Berliner Schnauze

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sidis-bib Avatar

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„Hope Joanna“ ist ein skurriler Kriminalroman mit Berliner Wortwitz und Charme, einer gehörigen Portion Chaos und einer mystischen Story à la Indiana Jones.

Um was geht es?
Wo ist Kriminalkommissarin Hope Joanna Marlow nur da hineingeraten. Abends zuvor hat die ehemalige Taekwondo-Kämpferin und Olympia-Teilnehmerin noch ein paar Räuber vermöbelt, schon wird sie zum lokalen Internetstar. Und als wäre das nicht genug, wird sie auch noch an einen skurrilen Tatort gerufen. Das Opfer: Indiana Jens – ein etwas fragwürdiger Archäologe, der mystische Gegenstände an den Meistbietenden im Darknet verhökert und nun ausgerechnet durch einen Schlangenbiss zu Tode kam. Hope und ihr Kollege Neuendorf ermitteln und kurz darauf ist auch die Polizistin und Social Media Expertin Siri mit von der Partie. Letztere soll neben den skurrilen und waghalsigen Ermittlungen Joanna zum Instagram-Star und Gesicht der Berliner Polizei machen.

Protagonistin des Buches ist die Kriminalkommissarin Hope Joanna Marlow. Am Tag des Mauerfalls geboren, lässt sie auch heute noch kaum einen Stein auf dem anderen, ist zielstrebig und ehrgeizig bis zur Selbstaufgabe. Ihre kleine Körperstatur täuscht, denn sie ist bedingt durch ihre Leistungssportlerinnenkarriere eine beinharte Kämpferin, deren unbedingter Siegeswille von vielen unterschätzt wird. Das macht sie zu einer so guten Ermittlerin und hilft ihr auch in diesem mehr als ungewöhnlichen Fall im chaotischen Berlin weiter. Dabei trifft sie auf zahlreiche Nebencharaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten: ihr Chef „Der Bautzener“, der eingesprungene Kollege Neuendorf, Social Media Expertin Siri, die Innensenatorin von Berlin, der Profi-Fußballer Halvarsson, der Schatten Seraphina und viele mehr. Mit allen ergeben sich spannende Situationen, interessante Beziehungen und spannende Gespräche, teils voller Wortwitz.

Das macht auch die Besonderheit des Buches aus. Eine Story „out of the box“, der Wortwitz und das Berliner Chaos, das durch jede Zeile dringt. Die Story ist an den guten alten Indiana Jones angelehnt – aber auf Berlinerisch und bietet den einen oder anderen Überraschungsmoment. Das Buch startet richtig stark, lässt aber im Verlauf der Story immer mehr nach und verliert neben Spannung auch einiges an Wortwitz. Das ist sehr schade. Außerdem bleiben die Charaktere etwas flach und für mich persönlich am Ende viel zu viele Fragen offen. Das hat mich als Leser leider etwas unbefriedigt zurückgelassen.

Fazit:
„Hope Joanna“ ist ein netter Kriminalroman, den man gut zwischenrein lesen kann. Er besticht durch Wortwitz, der leider im Laufe des Buches nachlässt. Die Story selbst ist mal was anderes und erinnert in Grundzügen an Indiana Jones, allerdings weniger actionreich und spannungsgeladen. Die Charaktere bleiben leider etwas flach. Insgesamt ein gutes Buch, aber „nur“ ein nice-to-read.