Horst Evers kann auch Romane
Horst Evers kann Kurzgeschichten. Definitiv! Aber kann Horst Evers auch Kriminalromane? Der Roman startet mit Eddy Grants "Hope Joanna" (eine Anspielung auf Johann de Klerk in Südafrika) und Jimi Hendrix (also gut) und er startet mit viel Berliner Klischee (das vermutlich gar nicht so klischeehaft ist) und Schnauze. Und auch wenn der erste Mord schon geschehen ist, spielt er nur eine untergeordnete Rolle, er ist viel mehr die Bühne für Charakterköpfe von der Spurensicherung, von der Mordkommission und der Berlin Müllabfuhr: neben Hope Joanna tauchen auch ein (nicht DER) "Zecke" Neuendorf auf, ebenso wie ein zwielichtiger Händler namens Indiana Jens, der Schtonk-mäßige Nazidevotionalien verkauft, eine mysteriöse Hehlerbande, die der Phantasie von Dan Brown entsprungen sein könnte und eine Social Media-Kommissarin mit Vornamen Siri. Klingt abgedreht? Ist es auch, aber in einer wirklich liebenswerten Weise, denn im Grunde scheint der eigentliche Fall mehr die Bühne zu sein, vor der sich diese herrlich schrägen Charaktere nach Herzenslust präsentieren dürfen!