Schräg, wild, witzig

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knightlyart Avatar

Von

“Gimme hope, Jo’anna
Hope, Jo’anna
Gimme hope, Jo’anna
’Fore the morning come”
— Eddy Grant

Schon der Name der Hauptfigur sorgt dafür, dass man beim Lesen ständig den Ohrwurm von Eddy Grants Song im Kopf hat – was erstaunlich gut zur Stimmung des Buches passt.

Der Schreibstil ist angenehm berlinerisch-locker und dadurch sehr unterhaltsam. Besonders die Dialoge wirken lebendig und authentisch. Ein schönes Beispiel dafür ist der Satz:

„Hammse dir mit Ata das Gehirn geschrubbt?“ (S. 200)

Allein die Erwähnung von ATA dürfte heute schon nostalgische Gefühle auslösen. Wer kennt dieses Scheuerpulver überhaupt noch?

Inhaltlich wird die Geschichte zunehmend skurriler. Morde, Darknet und Geheimorden kommen ins Spiel, wobei das Buch seine eigene Absurdität durchaus selbst kommentiert:

„Und jetzt auch noch Morde. Dazu Darknet, Geheimorden. Nee, das ist dann doch alles ein bisschen wild.“ (S. 175)

Genau das beschreibt den Roman eigentlich perfekt. Die Handlung erinnert stellenweise fast an einen humorvollen Indiana Jones-Abenteuertrip – allerdings ohne echten Thriller- oder Krimianspruch.

Fazit

Hope Joanna bietet leichte, seichte und sehr amüsante Unterhaltung. Kein spannender Krimi und kein düsterer Thriller, sondern vielmehr eine lustig-skurrile Geschichte mit viel Berliner Charme und schrägem Humor. Wer Horst Evers’ lockeren Stil mag, wird hier gut unterhalten.