Zwischen Tagtraum und Realität

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
nami85 Avatar

Von

Die Leseprobe der Graphic Novel How It All Ends

LP_9783551559715_How-It-All-End…

erzählt auf eindrucksvolle Weise von der 13-jährigen Tara, die kurz davorsteht, eine Klasse zu überspringen und auf die Highschool zu wechseln. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, wie stark ihre Fantasie ist: In ihrem Kopf ist sie „Commander Gimmel“, Kampfsportlerin und sogar Ärztin – sie kann alles sein (S. 10–12). Die rot gefärbten Traumsequenzen verdeutlichen bildlich, wie lebendig und intensiv ihre Gedankenwelt ist.

Der Kontrast zwischen diesen heroischen Tagträumen und der Realität ist besonders gelungen. Während Tara in ihrer Vorstellung jedes Schloss knackt und jedes Problem löst, wird sie im echten Leben schlicht zum Essen gerufen (S. 13). Dieser abrupte Wechsel wirkt humorvoll, zeigt aber auch, wie sehr sie sich in ihre Fantasie flüchtet.

Inhaltlich dreht sich alles um Unsicherheit und Angst vor Veränderung. Als Tara erfährt, dass sie in ein Förderprogramm aufgenommen wurde und nach dem Sommer auf die Highschool wechseln soll (S. 20), reagiert sie zunächst gefasst, doch innerlich beginnen Zweifel und Sorgen zu wachsen. Besonders nachvollziehbar sind ihre Gedanken über die neue Schule: endlose Gänge, falsche Kurse, zu spät kommen oder sich komplett verlaufen (S. 24–31). Diese übertriebenen Vorstellungen spiegeln typische Ängste wider, die viele Jugendliche vor einem Schulwechsel empfinden.

Auch die Familienbeziehungen wirken authentisch. Die Dialoge beim Abendessen oder mit ihrer Schwester Isla sind humorvoll und gleichzeitig einfühlsam. Besonders Islas Aussage, dass am Anfang alles schwierig sei, man es aber schaffen könne (S. 27), gibt der Geschichte eine beruhigende, hoffnungsvolle Note.

Insgesamt hinterlässt die Leseprobe einen sehr starken Eindruck. Die Kombination aus humorvollen Dialogen, überzeichneten Fantasieszenen und ehrlichen Gefühlen macht die Geschichte lebendig und nahbar. Das Thema Identität – „In meinem Kopf kann ich alles sein“ – zieht sich wie ein roter Faden durch die Seiten und macht neugierig darauf, wie Tara ihren Platz im echten Leben finden wird.