Wiedersehen mit den starken Frauen von Maine

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„Ein Hummer versteht sich besser aufs Loslassen als jeder Mensch“

Mit großer Freude dürfen wir uns ganz bald wieder mit den Hummerfrauen aus Maine treffen, denn Beatrix Gerstbergers großartiger Roman hat eine Fortsetzung bekommen. Am 20. August erscheint „Die Hummerjahre“.

🦞 Worum geht’s?

Nichts ist mehr so, wie es mal war. Ann ist tot und auch Julie Coopers Ehemann Nat nun schon seit vier Jahren. Mina, die damals schwanger sozusagen vor, die vor die Füße gespült worden und bei ihr geblieben war, lebt mittlerweile mit Carlos und ihrer Tochter in Seattle.
In Julies Trauer lässt sich auch durch die wunderbare Kulisse der Insel Maine nicht vertreiben: „Im Osten über der Nachbarinsel Eagle Island ging die Sonne auf, und rötliches Licht legte sich über das Wasser. Dieser in optimistisches rosa getauchte Tagesanfang war eine Beleidigung für ihre Gefühle, fand Julie.“

Das ist unsere „Julie Cooper, geborene Parker, nicht ganz richtig im Kopf, aber mittlerweile Besitzerin eines Kapitäns, Patent, dreier Siegerketten vom jährlichen Hummerrennen und eines Hauses auf dem Hügel mit Blick aufs Meer. Eine zugezogene in einem Dorf mit knapp 500 Einwohnern, die fast mit diesen Felsen ganz im Norden von Maine verwachsenen war.“
Und wie auch die Hummer, die sich aus dem Atlantik zurück Richtung Küste bewegen, wird sich auch Julie in Richtung Zukunft bewegen. Wir Lesenden dürfen die sympathische Julie, die kein Blatt vor den Mund nimmt, auch Mina und natürlich den den blauen Hummer Mr. Darcy auf ihrer weiteren Reise begleiten.

Spannend bleibt auch Minas Zukunft, denn ihre Tochter knüpft immer mehr Kontakt zu ihrem Vater Sam, – den „Freigeist und Künstler“, den sie zukünftig auf Stone Harbor besser kennenlernen und ihm beim Fischen helfen will. Ob Mina begleiten und auf die Insel zurückkehren wird?


🐚 Der Roman besticht auch wie sein Vorgänger durch seine sprachliche Raffinesse, sein leiser Humor mit leichtem Hang zum Sarkasmus, denn was die Frauen erlebt haben, kann manchmal nur so rübergebracht werden. Ich mag auch, dass dadurch Gerstbergers Romane nie schwermütig sind.

„Jede Geschichte könnte als Tragödie oder Komödie enden, sagte sie sich. Es lag allein daran, wie man sie erzählte, und ihre Geschichte würde definitiv kein tragisches Ende nehmen.“

Damit können wir uns sicherlich riesig auf Hummerjahre freuen!