Ein Sommer der Entscheidungen

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theagri_liest Avatar

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Als ich las, dass es eine Fortsetzung zu den Hummerfrauen geben wird, war mein erster Gedanke, ob wohl Mister Darsy noch dabei ist. Ein blauer Hummer als Hsustier, das war einprägsam. Auch das Cover passt gut zum Vorgängerband.

Beatrix Gerstberger knüft geschickt an Hummerfrauen an, obwohl zwischenzeitlich Jahre vergangen sind. Auf Eagle Island lebt noch die nun verwitwete Hummerfischerin Julie. In Seattle leben Mina mit ihrer Tochter Luca, inzwischen 17 Jahre alt. Luca möchte auf die Insel, Sam und ihren Großvater besser kennen lernen. Auch Mina's Eltern Richard und Judith werden den Sommer noch einmal dort verbringen. Und so beschließt Mina mitzugehen, um gegebenenfalls Luca zur Seite stehen zu können. Ein Sommer voller Erinnerungen und Entscheidungen beginnt. Vor dem Ende des Sommers liegen herrlich leichte und gleichzeitig schwere Wochen. Natürlich kommen auch die Hummerfischerei und Mr. Darcy nicht zu kurz.

Kaum begonnen habe ich bereits wieder das Meeresfeeling gespürt, Sonne, Wind, Wellen Frühling. Es gelingt der Autorin anschaulich die Landschaft zu beschreiben. Dies ist eine große Stärke von
Beatric Gerstenbergen. Sie erzählt erneut wortgewandt, farbenfroh und intensiv. Es ist, wie im vertrauten Urlaubsort anzukommen und dort weiter machen, wo man im Herbst aufgehört hat. Alles ist vertraut genug um sofort hineintauchen zu können. Man begleitet die Protagonisten über die Insel mit deren wundervoller Natur, erlebt Tage auf See, Sonnenschein und Unwetter. Das alles beschreibt die Autorin mit großer Leichtigkeig und schönen Bildern. Doch auch die Protagonisten sind gut beschrieben. Man liest von Veränderungen, Entwicklungen und begleitet bei schwierigen Lebensentscheidungen, nachvollziehbar, innig, tiefgehend. Man spürt, wie sich Charaktere weiter entwickeln und reifen. Nicht jeder ist so tiefgründig beschrieben wie die Hauptprotagonisten, nicht jede Entscheidung kann man bis ins letzte nachvollziehen, aber das ist auch nicht nötig, denn insgesamt ergibt sich ein stimmiges Bild, das mich zufrieden zurück ließ.

Auch wenn man die Vorgeschichte nicht kennt, gibt es ausreichend rückblickende Erinnerungen um alles wichtige zu erfahren. Diese sind so gut eingefügt, dass sie denjenigen, der Vorkenntnisse besitzt nicht stören.

Mir hat dieses Buch einige schöne, entspannte Lesestunden geschenkt. Beatrix Gerstbergers Schreibstil hat mir gefallen und daher kann ich allen, die bereits Die Hummerfrauen gelesen haben, empfehlen, auch zu diesem Buch zu greifen, denn hiermit rundet die Autorin die Geschichte prima ab. Natürlich kann man auch ohne Die Hummerfrauen zu kennen, viel Freude an diesem Buch haben. Mir selbst hat dieser zweite Teil sogar besser gefallen.