Generationswechsel und alter Groll bei den Hummerfischerinnen
Jahre nach den Ereignissen von 1982, nach denen die Beteiligten sich in alle Winde zerstreuten, reisen Mina Gray und ihre Tochter Luca wieder nach Eagle Island. Minas Eltern hatten früher jeden Sommer ein Ferienhaus auf der Insel gemietet. Sie und ihr Bruder Christopher streunten unbeschwert über die Insel, während ihr Vater Richard seine Freundschaft zum Fischer Ellis Jones genoss und freiwillig dreimal täglich das Postboot zur Insel steuerte. Wie schon im ersten Band hat mich Richards alljährliches bescheidenes Glück wieder besonders berührt. Ellis lebt seit dem Drama von 1982 allein, seine Frau Jane ist in ihre Heimat Neufundland zurückgekehrt. Für den schwerkranken Richard wird es der letzte Sommer auf der Insel sein. Minas Mutter Judith hatte eigentlich nie zu den Leuten an der Küste gepasst und tut sich bis heute besonders schwer auf der Insel.
Ann hatte damals als erste weibliche Hummerfischerin im Sund begonnen, um dem Tratsch über ihre Beziehung zu ihrer Gefährtin Carolyn zu entkommen. Ann ist inzwischen verstorben und hat ihrer 18-jährigen Wahlenkeltochter Luca Haus, Boot und Fanggebiet vererbt. Der erste Band des Zweiteilers spielte zurzeit kurz nach Anns Tod. Luca muss sich nun entscheiden, ob sie die Hummerfangtradition fortführen wird. Anders als leibliche Kinder von Fischerkollegen erlebt sie keinen Druck, einen Familienbetrieb zu übernehmen. Mina dagegen muss sich klarwerden, ob sie weiter mit Carlos, dem Wahlvater ihrer Tochter, in Seattle leben wird.
Die verwitwete Julie fährt mit über 70 Jahren mit einem Achtermann an Bord noch immer ihre Hummerkörbe ab. Nach ihrem schweren Unfall hatte ihr niemand zugetraut, dass sie die übliche harte Lehrzeit bei einem erfahrenen Fischer durchhalten würde. Anders als alle befürchteten, hatte Juli ihr Kapitänspatent erlangt und ihren Lehrmeister Nat geheiratet.
Vor der Kulisse der kleinen Inselgemeinschaft im Penobscot Sund entsteht nach der Sprengung der verflochtenen Beziehungen vor Jahrzehnten nun durch den bevorstehenden Generationswechsel auf der Insel ein komplexes Problemknäuel um Bleiben oder Fortgehen. Es geht um Abschiede von Personen, von Illusionen, altem Groll und was Einzelne für ihre Ziele aufzugeben bereit sind. Dieser zweite Band ordnet die Geschehnisse der Vergangenheit neu, bevor Entscheidungen fallen können. Am Ende hat Beatrix Gerstberger alle Handlungsfäden verknüpft und ihren fiktiven Sehnsuchtsort Eagle Island wieder aufleben lassen.
Fazit
„Hummerjahre“ folgt nicht komplett chronologisch auf „Die Hummerfrauen“, sondern liefert durch Rückblenden eher Ergänzungen zum ersten Band. Die erneute Einführung aller Figuren und ihrer Beziehungen zueinander empfand ich als zu lang, ihre Verbindungen hier als komplexer. Die Lektüre des ersten Bandes sollte nicht zu lange zurückliegen, um das Beziehungsnetz wieder auf den Schirm zu bekommen. Der Wechsel zwischen der aktuellen Handlung und Rückblenden, die u. a. ausführlich über Ann erzählen, erfordert zudem einige Konzentration.
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Serieninfo: Band 2 von 2
Ann hatte damals als erste weibliche Hummerfischerin im Sund begonnen, um dem Tratsch über ihre Beziehung zu ihrer Gefährtin Carolyn zu entkommen. Ann ist inzwischen verstorben und hat ihrer 18-jährigen Wahlenkeltochter Luca Haus, Boot und Fanggebiet vererbt. Der erste Band des Zweiteilers spielte zurzeit kurz nach Anns Tod. Luca muss sich nun entscheiden, ob sie die Hummerfangtradition fortführen wird. Anders als leibliche Kinder von Fischerkollegen erlebt sie keinen Druck, einen Familienbetrieb zu übernehmen. Mina dagegen muss sich klarwerden, ob sie weiter mit Carlos, dem Wahlvater ihrer Tochter, in Seattle leben wird.
Die verwitwete Julie fährt mit über 70 Jahren mit einem Achtermann an Bord noch immer ihre Hummerkörbe ab. Nach ihrem schweren Unfall hatte ihr niemand zugetraut, dass sie die übliche harte Lehrzeit bei einem erfahrenen Fischer durchhalten würde. Anders als alle befürchteten, hatte Juli ihr Kapitänspatent erlangt und ihren Lehrmeister Nat geheiratet.
Vor der Kulisse der kleinen Inselgemeinschaft im Penobscot Sund entsteht nach der Sprengung der verflochtenen Beziehungen vor Jahrzehnten nun durch den bevorstehenden Generationswechsel auf der Insel ein komplexes Problemknäuel um Bleiben oder Fortgehen. Es geht um Abschiede von Personen, von Illusionen, altem Groll und was Einzelne für ihre Ziele aufzugeben bereit sind. Dieser zweite Band ordnet die Geschehnisse der Vergangenheit neu, bevor Entscheidungen fallen können. Am Ende hat Beatrix Gerstberger alle Handlungsfäden verknüpft und ihren fiktiven Sehnsuchtsort Eagle Island wieder aufleben lassen.
Fazit
„Hummerjahre“ folgt nicht komplett chronologisch auf „Die Hummerfrauen“, sondern liefert durch Rückblenden eher Ergänzungen zum ersten Band. Die erneute Einführung aller Figuren und ihrer Beziehungen zueinander empfand ich als zu lang, ihre Verbindungen hier als komplexer. Die Lektüre des ersten Bandes sollte nicht zu lange zurückliegen, um das Beziehungsnetz wieder auf den Schirm zu bekommen. Der Wechsel zwischen der aktuellen Handlung und Rückblenden, die u. a. ausführlich über Ann erzählen, erfordert zudem einige Konzentration.
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Serieninfo: Band 2 von 2