Wunderbare Fortsetzung

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pmelittam Avatar

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Luca, Minas Tochter ist mittlerweile 17 Jahre alt und möchte vorerst auf Eagle Island bei ihrem Großvater leben, Hummerfischerin werden, und ihren Vater Sam besser kennenlernen. Auch Minas Vater, Richard, möchte, schwer erkrankt, die Insel noch einmal wiedersehen. In Stone Harbor muss Julie den Tod ihres Ehemanns und ihrer besten Freundin verkraften, und nimmt sich schließlich vor, ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben.

„Die Hummerfrauen“ habe ich sehr gemocht, in meiner Rezension dazu schrieb ich, dass zwar manches noch offen sei, ich aber damit leben, und die Geschichten für mich selbst zu Ende denken könne. Dass es tatsächlich eine Fortsetzung geben würde, hatte ich nicht erwartet, doch hier ist sie, und hat mich wieder genauso emotional berührt, wie der erste Band.

Erzählt wird erneut aus verschiedenen Perspektiven, Mina und Julie bekommen natürlich eigene Kapitel, aber auch Judith, Minas Mutter, die noch etwas aufzuarbeiten hat, sowie Ellis, Lucas Inselopa. Auch Ann bekommt eigene Kapitel, da ihr Tod zu Beginn der Geschichte aber bereits sechs Monate zurückliegt, sind dies Rückblenden ins Jahr 2004, als Luca noch sehr klein war und Mina vor der Entscheidung stand, wegzugehen.

Es war für mich ein bisschen wie nach Hause kommen. Beatrix Gerstbergers Charaktere wachsen einem schnell ans Herz, oder lösen andere Emotionen aus, sie wirken auf mich wie echte Menschen, und ich freute mich, ihnen wieder zu begegnen. Emotional war ich sehr schnell wieder involviert, habe mehr als eine Träne verdrückt, aber mich auch freuen können. Nicht nur die Charaktere werden lebendig, auch die Orte, Stone Harbor an der Küste Maines und die vorgelagerte Insel Eagle Island konnte ich vor mir sehen. Eine Rolle spielt natürlich auch wieder Mr. Darcy, der blaue Hummer, und natürlich auch andere Charaktere, die man im Vorgängerband kennengelernt hatte.

Was mir an diesen beiden Bänden auch so gut gefällt ist, dass auch einmal ältere Protagonist:innen zu Wort kommen, Julie ist hier 73 Jahre alt, auch Judith, Richard und Ellis haben die 70 überschritten. Trotzdem werden sie nicht als „alt“ gezeichnet, sondern als durchaus agile Senior:innen, die noch Freude am Leben und Träume haben können. Durch Mina und Luca sind aber auch die jüngeren Generationen am Start, so dass es vielfältige Identifikationsmöglichkeiten gibt, falls überhaupt benötigt.

Am Ende sind viele offene Fragen auch des Vorgängerbandes geklärt, aber vielleicht noch ein oder zwei offen. Mr Darcys Entschluss gegen Ende lässt mich aber vermuten, dass es keinen weiteren Band geben wird, aber, wer weiß?

Ich habe mich sehr gefreut, die liebgewonnenen Charaktere aus „Die Hummerfrauen“ wiederzutreffen, bin wieder emotional sehr berührt worden und hätte durchaus immer weiter lesen können. Eine ganz große Leseempfehlung, allerdings sollte man meiner Meinung nach den Vorgängerband unbedingt zuerst lesen.