Queeres Begehren trifft auf Rohheit und Poesie
Queeres Begehren trifft auf Rohheit und Poesie
Hundesohn ist ein Roman, der dich sofort hineinzieht: durch Sprache, durch Begehren, durch Herkunft, durch alles...
Wir begleiten Zeko: Er lebt in Berlin, trifft Männer in Parks und auf Apps, kehrt in Gedanken immer wieder zurück nach Adana, zu Hassan, seinem Nachbarsjungen. Da ist dieser ständige Wechsel: flirrende Begegnungen, Grindr-Profile, s3xuelle Momente, zugleich Erinnerungen, Familienstimmen, die ihn einholen.
Berlin ist dabei mehr als nur Kulisse: Straßen, Clubs, Kieze, Treffpunkte: all das macht die Atmosphäre spürbar. Diese Stadt atmet, sie gibt Freiheit, sie überfordert, sie lässt einen einsam zurück.
Besonders berührt hat mich die Mischung aus Direktheit und dichter Poesie. Wenn Datingprofile beschrieben werden, ist das all knallhart, roh, ohne die Hand vor den Mund zu schlagen. Und dann plötzlich wieder poetische Bilder, Metaphern, die nachhallen. Was für eine Kombination!
Auch Herkunft und Familie ziehen sich wie ein Grundrauschen durch den Text. Erinnerungen an Adana, an den Großvater, an die Heimat. Sie stehen neben Berlin, fließen ineinander, prägen Zeko, ob er will oder nicht.
Die Freundschaft zu Pari war für mich ein Highlight: nicht schnörkelig, nicht überzeichnet, aber sehr deep. Es gibt Momente, da fiebert man mit, mit dem Wunsch, wieder zu sehen, mit dem Ungewissen, was daraus wird. Und doch: Man spürt auch die Einsamkeit, die manchmal lautlos dazwischen liegt.
Ja, Hundesohn kann derb sein. Und manchmal hat mich das gemahnt, wie wenig wir oft über die schwereren Seiten queerer Begehren lesen. Aber in dieser Ehrlichkeit liegt auch seine Kraft.
Ein kleiner Punkt, der mich zwischendrin gestört hat: Einige Beschreibungen von Chatverläufen, Apps, dem on-off Wechsel ziehen sich. Da hätte ich mir mehr Kürze gewünscht. Aber das schmälert nicht, wie wichtig und stark das Ganze ist.
Es ist kein einfaches Buch, aber eines, das im Gedächtnis bleibt. Eines, das zeigt, wie sehr Liebe, Sehnsucht, Herkunft und die Suche nach Zugehörigkeit uns verbinden
Hundesohn ist ein Roman, der dich sofort hineinzieht: durch Sprache, durch Begehren, durch Herkunft, durch alles...
Wir begleiten Zeko: Er lebt in Berlin, trifft Männer in Parks und auf Apps, kehrt in Gedanken immer wieder zurück nach Adana, zu Hassan, seinem Nachbarsjungen. Da ist dieser ständige Wechsel: flirrende Begegnungen, Grindr-Profile, s3xuelle Momente, zugleich Erinnerungen, Familienstimmen, die ihn einholen.
Berlin ist dabei mehr als nur Kulisse: Straßen, Clubs, Kieze, Treffpunkte: all das macht die Atmosphäre spürbar. Diese Stadt atmet, sie gibt Freiheit, sie überfordert, sie lässt einen einsam zurück.
Besonders berührt hat mich die Mischung aus Direktheit und dichter Poesie. Wenn Datingprofile beschrieben werden, ist das all knallhart, roh, ohne die Hand vor den Mund zu schlagen. Und dann plötzlich wieder poetische Bilder, Metaphern, die nachhallen. Was für eine Kombination!
Auch Herkunft und Familie ziehen sich wie ein Grundrauschen durch den Text. Erinnerungen an Adana, an den Großvater, an die Heimat. Sie stehen neben Berlin, fließen ineinander, prägen Zeko, ob er will oder nicht.
Die Freundschaft zu Pari war für mich ein Highlight: nicht schnörkelig, nicht überzeichnet, aber sehr deep. Es gibt Momente, da fiebert man mit, mit dem Wunsch, wieder zu sehen, mit dem Ungewissen, was daraus wird. Und doch: Man spürt auch die Einsamkeit, die manchmal lautlos dazwischen liegt.
Ja, Hundesohn kann derb sein. Und manchmal hat mich das gemahnt, wie wenig wir oft über die schwereren Seiten queerer Begehren lesen. Aber in dieser Ehrlichkeit liegt auch seine Kraft.
Ein kleiner Punkt, der mich zwischendrin gestört hat: Einige Beschreibungen von Chatverläufen, Apps, dem on-off Wechsel ziehen sich. Da hätte ich mir mehr Kürze gewünscht. Aber das schmälert nicht, wie wichtig und stark das Ganze ist.
Es ist kein einfaches Buch, aber eines, das im Gedächtnis bleibt. Eines, das zeigt, wie sehr Liebe, Sehnsucht, Herkunft und die Suche nach Zugehörigkeit uns verbinden