Eine Frau, eine Baustelle und ganz viel Gegenwind

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blubb2303 Avatar

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„Ich bau mir ’ne Welt, die Männern nicht gefällt“ von Cindy-Adriana Speich ist für mich ein Buch, das gleichzeitig unterhält, zum Kopfschütteln bringt und immer wieder zum Nachdenken anregt. Im Mittelpunkt steht Cindys Geschichte rund um die Sanierung eines alten Hauses. Was zunächst einfach nach einer ziemlich großen Baustelle klingt, wird schnell zu viel mehr: Sie erlebt, wie schnell eine Frau belächelt, unterschätzt oder kritisiert wird, sobald sie Dinge selbst in die Hand nimmt, die angeblich eher „Männersache“ sind.

Besonders interessant fand ich, dass es nicht nur um Bohrmaschinen, Renovieren und handwerkliche Arbeiten geht. Cindy erzählt auch von den Reaktionen aus ihrem Umfeld, von blöden Kommentaren, Erwartungen an Frauen und Mütter und von dem Hass, der ihr teilweise sogar online entgegenschlägt. Dabei macht sie sich nicht selbst zum Opfer, sondern begegnet vielem mit Humor, Ironie und einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein.

Ich mochte vor allem ihre direkte und ungeschönte Art. Das Buch fühlt sich nicht wie ein trockener Ratgeber über Gleichberechtigung an, sondern eher wie ein persönlicher Einblick in ihr Leben und in Situationen, die wahrscheinlich viele Frauen in irgendeiner Form kennen. Man muss nicht selbst ein Haus renovieren, um sich in manchen Erlebnissen wiederzufinden.