Eine Frau kotzt sich aus

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leselockbuch Avatar

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Für mich hört sich der Text so an, als wäre einer Frau der Kragen geplatzt. Als hätte sie keinen Bock mehr auf den ganzen Scheiß, den sie sich von Männern anhören muss. Keinen Bock mehr darauf, immer Rücksicht zu nehmen, sich klein zu machen. Die Beispiele in der Leseprobe hören sich nach nichts neuem an: Männer, die im öffentlichen Raum Platz einnehmen, die Beine so breit machen, dass sich die Frau in die Ecke gedrückt fühlt. Häusliche Gewalt, die ignoriert wird. Scheinheiligkeit, Drohungen über Social Media etc. Hier kotzt sich eine Frau mal so richtig über das aus, was sich Männer so herausnehmen.
Der Schreibstil ist derb und trocken und gefällt mir einerseits ganz gut. Andererseits könnte man ihr wieder zu viel Emotionalität unterstellen, zu wenig Neutralität. Nicht alle Männer sind so. Auch wenn man bei der Lektüre den Eindruck hat.
Ich bin zwiegespalten: einerseits sind solche Themen wichtig, andererseits ist Männer-Bashing gefühlt derzeit im Trend.
Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist, um Männer zu sensibilisieren, etwas bei sich zu ändern. Andererseits inspiriert es aber vielleicht Frauen, auch einmal zu fragen: "Sag mal … sind deine Eier so fett, oder warum sitzt du so breitbeinig neben mir?" (S. 10)