Mit dem Vorschlaghammer gegen das Patriarchat: Laut, wütend und verdammt treffsicher

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Holla, da fliegt einem beim Aufschlagen der Leseprobe aber gleich ein gewaltiger Brocken Bauschutt um die Ohren! Cindy-Adriana Speich nimmt hier absolut kein Blatt vor den Mund und tritt die Tür zum Thema Alltagssexismus mit Stahlkappenstiefeln ein. Ihr Tonfall ist rotzig, derb, direkt aus dem Bauch heraus und vollgepackt mit purer, ungefilterter Wut.

Dass sie im Zug dieses unverschämte Manspreading mit einer herrlich respektlosen Frage über den Hodensack ihres Sitznachbarn auflaufen lässt, hat mich beim Lesen breit grinsen lassen – einfach weil jede Frau dieses scheibchenweise Zurückweichen und Sich-klein-Machen im Alltag schon hundertmal durchgekaut hat. Genauso scharf sitzt die Beobachtung auf dem Dorf: Da wird die erwachsene, selbstständige Frau nicht etwa selbst angesprochen, wenn sie dem Nachbarn nicht passt, sondern der Nachbar trabt brav zum Vater, damit der Häuptling seine Tochter mal „zügelt“. Diese verstaubte Dorfromantik, bei der eine handwerkelnde Frau in Latzhose das patriarchalische Weltbild ins Wanken bringt, fängt sie herrlich bissig ein.

Richtig unter die Haut geht mir aber die Passage über ihre Bekannte Clara: Wie Faustlöcher in den Wänden mit hübschen Glitzerschmetterlingen überklebt werden, damit die heile Fassade für die Nachbarschaft gewahrt bleibt, schnürt einem die Kehle zu. Da zeigt sich hinter der lauten Fassade plötzlich eine ganz bittere, ernste Schärfe.

Man muss diesen derben Jargon mit „Femanzenf**ze“ und Dauer-Eskalation natürlich abkönnen – das ist kein leises, feinsinniges Sachbuch, sondern ein literarischer Mittelfinger mit Krawall. Aber genau das will dieser Text sein: unbequem, ungezähmt und kompromisslos laut. Als kleiner Vorgeschmack knallt das jedenfalls gewaltig rein und macht neugierig, wie viel Beton sie auf den restlichen Seiten noch aufbricht!