Wütend, unbequem und mit unverwechselbarem Humor

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Extrem kurzweilig, unvergleichbar, sehr auf den Punkt, unangenehm, mit ganz viel Wut, aber auch mit unverwechselbarem Humor.

Cindy wagt den Rundumschlag. Sie bringt alles auf den Tisch, was schief läuft: Fremdenfeindlichkeit, Frauenhass, antiquierte Vorstellungen einer Mutter, Queerfeindlichkeit, rechtes Gedankengut, eingefahrene Dorfstrukturen, Ungerechtigkeit zwischen West und Ost … und und und. Sie legt den Finger ganz tief in die Wunde und stellt unbequeme Fragen. Sie provoziert dort, wo andere längst den Mund halten und sich anpassen.

Cindy ist definitiv fertig mit nett. Und man kann sie verstehen. Bei den Erfahrungen, die sie gemacht hat, bleiben eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder unsichtbar machen und keine Angriffsfläche mehr bieten oder Konfrontation. Ich bewundere ihren Mut, den zweiten Weg zu gehen. Es gehört einiges dazu, gegen Strukturen und Gewohnheiten anzukämpfen, die jahrzehntelang als gesetzt galten.

Durch ihre persönlichen Erzählungen bekommt man einen Eindruck davon, wie es sich lebt als Frau in einem kleinen Dorf im Osten, als Frau, die dem Patriarchat online und offline den Kampf angesagt hat, als Mutter in festgefahrenen, männlich dominierten Strukturen. Aber ich bin sicher: Cindy behauptet sich an allen Fronten und ist damit ein Vorbild.

So bleibt zu hoffen, dass immer mehr Frauen aufstehen und sich kommende Generationen nicht mehr von einem längst überholten Welt- und Frauenbild prägen lassen. Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo jemand aufhört, den Mund zu halten.