Was würden wir nur ohne Männer tun

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
anja_aus_nickern Avatar

Von

Der Titel hat mich sofort neugierig gemacht und dazu verleitet, in die Leseprobe einzutauchen. Leider war sie viel zu kurz. Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, dass mich hier ein Thema erwartet, das sich wohltuend von meinen sonstigen Thriller-Lektüren abhebt. Und doch liegt über dem Text eine spürbar beklemmende Atmosphäre.
Auch das Cover kann ich noch nicht richtig deuten.

Die Ich-Erzählerin denkt über die Funktion und den Sinn von Vorworten nach und erzählt, wie passend, dabei genau ein solches. Ihre Perspektive ist nüchtern, kühl und sachlich, beinahe distanziert, was dem Text eine besondere Spannung verleiht. Im Mittelpunkt stehen Männer, als gäbe es für die Frauen in ihrer Isolation kein anderes Gesprächsthema. Statt sich gegenseitig zu unterstützen oder Wissen weiterzugeben, werden Informationen zurückgehalten. Vielleicht aber auch zum Schutz, warum wissen wie etwas funktioniert, wenn man es doch nie benutzen kann?
So beginnt die Erzählerin abzuschweifen, gleitet in eine gedankliche Welt, die träumerisch wirkt und gleichzeitig viele Fragen aufwirft. Können die Frauen ihrem Gefängnis wirklich entkommen? Wie sind sie dort hineingeraten und vorallem warum?
Ein absolut spannendes und ungewöhnliches Thema, das große Neugier weckt und das ich sehr gern vollständig lesen und rezensieren würde.