Blieb deutlich hinter meinen Erwartungen zurück
Ich schließe mich der Einschätzung an, dass dieser Roman sicher Menschen begeistern kann, die „Die Wand“ bereits mochten. Denn es gibt sehr deutliche Parallelen in Bezug auf die isolierte Position der Hauptfigur und genau die trifft einfach nicht meinen Geschmack. Aufgrund der so guten Besprechungen war ich dennoch neugierig, aber leider konnten meine Erwartungen nicht erfüllt werden.
Dystopien stehe ich recht neutral gegenüber - gut geschrieben können sie mich durchaus begeistern. Was aber wirklich nicht mein Fall ist, sind isolierte Settings. Entsprechend wundert es mich nicht, dass die Handlung zunehmend anstrengend für mich wurde, ich habe jedoch weiter auf die versprochenen feministischen Aspekte der Geschichte gehofft.
Den Anfang im Käfig fand ich noch vielversprechend. Die namenlose Protagonistin macht sich spannende Gedanken zu den ihr unbekannten Männern, ihrem Begehren und der richtigen Welt. Doch nach dem Ereignis, in dessen Folge die gefangenen Frauen freikommen, wurde es für mich zunehmend zäh und verlor sein innovatives Potenzial. Wie die Frauen sich in der fremden Außenwelt zurechtfinden und autonom eine kleine neue Gemeinschaft aufbauen, ist zwar nicht uninteressant, aber die sie umgebende Hoffnungslosigkeit hat mir zunehmend Energie geraubt.
Das Isolationsgefühl verstärkte sich zudem immer mehr und damit auch meine Distanzierung von der Handlung. Alle Figuren blieben mir sowieso emotional komplett fremd, aber da auch zwischen den Charakteren so wenig passiert, fehlte mir einiges an der Geschichte. Der Reiz isolierter Menschen entsteht für mich gerade im Miteinander, aber dem wurde durch die Zentrierung der nüchternen Protagonistin kaum Raum gegeben.
Mich überrascht dabei nicht, dass mir das Setting nicht gefallen hat - ich kenne ja meine Präferenzen. Aber abgesehen von ein paar interessanten Gedanken finde ich auch keine feministische Kraft in diesem Werk. Ich habe mir aufgrund des Titels deutlich mehr Reflexion über eine Welt bzw. das Aufwachsen ohne Männer erhofft. Ja, es gab da einige Momente, etwa in Bezug auf Aussehen und Schamgefühl, aber in meinen Augen blieb der Großteil des Potenzials ungenutzt, weshalb ich mich den begeisterten Rezensionen leider nicht anschließen kann.
Am Ende bleibt auch alles sehr offen und zumindest ein bisschen mehr Klarheit hätte es für mich doch sein dürfen. Als Hörbuch fand ich es insgesamt okay, gelesen hätte ich wahrscheinlich noch größere Probleme gehabt.
2,5 ⭐️
Dystopien stehe ich recht neutral gegenüber - gut geschrieben können sie mich durchaus begeistern. Was aber wirklich nicht mein Fall ist, sind isolierte Settings. Entsprechend wundert es mich nicht, dass die Handlung zunehmend anstrengend für mich wurde, ich habe jedoch weiter auf die versprochenen feministischen Aspekte der Geschichte gehofft.
Den Anfang im Käfig fand ich noch vielversprechend. Die namenlose Protagonistin macht sich spannende Gedanken zu den ihr unbekannten Männern, ihrem Begehren und der richtigen Welt. Doch nach dem Ereignis, in dessen Folge die gefangenen Frauen freikommen, wurde es für mich zunehmend zäh und verlor sein innovatives Potenzial. Wie die Frauen sich in der fremden Außenwelt zurechtfinden und autonom eine kleine neue Gemeinschaft aufbauen, ist zwar nicht uninteressant, aber die sie umgebende Hoffnungslosigkeit hat mir zunehmend Energie geraubt.
Das Isolationsgefühl verstärkte sich zudem immer mehr und damit auch meine Distanzierung von der Handlung. Alle Figuren blieben mir sowieso emotional komplett fremd, aber da auch zwischen den Charakteren so wenig passiert, fehlte mir einiges an der Geschichte. Der Reiz isolierter Menschen entsteht für mich gerade im Miteinander, aber dem wurde durch die Zentrierung der nüchternen Protagonistin kaum Raum gegeben.
Mich überrascht dabei nicht, dass mir das Setting nicht gefallen hat - ich kenne ja meine Präferenzen. Aber abgesehen von ein paar interessanten Gedanken finde ich auch keine feministische Kraft in diesem Werk. Ich habe mir aufgrund des Titels deutlich mehr Reflexion über eine Welt bzw. das Aufwachsen ohne Männer erhofft. Ja, es gab da einige Momente, etwa in Bezug auf Aussehen und Schamgefühl, aber in meinen Augen blieb der Großteil des Potenzials ungenutzt, weshalb ich mich den begeisterten Rezensionen leider nicht anschließen kann.
Am Ende bleibt auch alles sehr offen und zumindest ein bisschen mehr Klarheit hätte es für mich doch sein dürfen. Als Hörbuch fand ich es insgesamt okay, gelesen hätte ich wahrscheinlich noch größere Probleme gehabt.
2,5 ⭐️