Dystopie einmal anders

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sophie_267 Avatar

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! Der erste Teil der Rezension kann geringfügige Spoiler enthalten !

Sie wächst auf, ohne zu wissen, was zuvor war. Eingesperrt in einem Kerker, das Leben nur von denn Wachwechseln geprägt. Ein Zeit lang sind ihre Gedanken der einzige Ausweg aus der Monotonie, doch dann ändert sich alles...

Nun, wer Interesse an nebulösen Umschreibungen, Andeutungen ohne Beweis und viel Mitdenken hat, der ist hier richtig.
Anders als es aus den meisten Dystopischen Büchern bekannt sein dürfte, in denen ein komplexes und detailliertes Worldbuilding geschätzt wird, wird hier auf die Vorstellungskraft des Lesers gesetzt. Man sollte definitiv bereit sein mit mehr offen Fragen aus dem Buch heraus zu gehen, als man zu Beginn hatte in Bezug auf das System oder was davon übrig ist.

Was einem dafür in gewisser Weise abgenommen wird, ist die Vermittlung der Botschaft. So weit wie ich das Buch verstanden habe, wird einiges klar ausgesprochen. Vor allem die Gedanken unserer Hauptfigur, was zu einem interessanten Kontrast führt.
Hier trägt auch der Schreibstil aus der Ich-Perspektive der Protagonistin bei. B
Viele kurze prägnante Sätze, Gedanken klug auf den Punkt gebracht.

Für mich persönlich war es schwer zu einem Schluss zu kommen. Es ist nicht das, was ich mir normalerweise von dystopischen Romanen erwarte. Normalerweise ist es für mich ein fester Teil dieser Bücher, mich mit dem aufwendigen Worldbuilding auseinander zu setzen. Dieser Aspekt hat hier gänzlich gefehlt. Dennoch hatte "ich die keine Männer kannter" eine seltsam faszinierende Wirkung.
Daher gibt es von mir 4 von 5 Sternen. Es ist definitiv eine neue Erfahrung und sicherlich nicht für jeden etwas. Dennoch ist es absolut empfehlenswert

Dieses Buch ist mir Rezensionsexemplar vom Klett-Cotta Verlag über Vorablesen zur Verfügung gestellt worden.