dystopischer, bildgewaltiger Roman mit offenem Ende

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dimue Avatar

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Vorab sei gesagt: Wer eine Geschichte erwartet, in der alle Fragen beantwortet sind, wird enttäuscht sein. Normalerweise mag ich keine offenen Enden, aber in diesem Fall fand ich es passend.

Was wäre, wenn man mit 39 Frauen und einem Kind in einem Käfig eingesperrt wäre, ohne zu wissen, wie man dorthin gelangt ist, und zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankt? Was geschieht, wenn sich Jahre später die Möglichkeit zum Entkommen bietet? Was ist Freiheit und wie entsteht Einsamkeit?

Diese Fragen werden im Buch gut beleuchtet und durch das offene Ende hallen sie auch lange nach.

Die Sprecherin Vera Teltz erzählt die Geschichte in einem ruhigen, klaren Fahrwasser mit kleinen Pointen. Sie lässt mich den Lebensweg der jungen Protagonistin hervorragend nachvollziehen. Während des Hörens kam ich mir vor, als wäre ich in einem Arthouse-Film, denn die Autorin nutzt oft alltägliche Situationen, um die dystopische Welt bildgewaltig und bedrückend zu beschreiben.

Den Vergleich mit „Der Report der Magd” finde ich schwierig, da es sich um zwei vollkommen verschiedene Weltkonstruktionen handelt. Stimmig ist jedoch der Punkt „Sisterhood” und der Umgang mit traumatischen Erlebnissen, der in diesem Buch sehr gut aufgegriffen wird.

Empfehlung:
Ein Buch, das in einer dystopischen Welt spielt und wichtige Fragen über Gesellschaft, Gemeinschaft und Sisterhood aufwirft. Es lässt einen mit Fragen zurück, die mich zum Nachdenken anregen, und ich habe mich gefragt, was ich mir in meiner Welt vorstellen könnte. Sprachlich hatte ich einen Kinofilm oder eine Serie im Kopf und ich kann das Buch empfehlen.

Ein wunderbarer Art-House-Roman!