Ein außergewöhnlicher dystopischer Roman!
Was habe ich da bitte gelesen? „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman ist für mich ganz klar ein Jahreshighlight und ein Buch, das sich sowohl in seiner Erzählweise als auch in seinem Inhalt radikal von vielem abhebt, was ich sonst lese.
Schon der Titel hat meine Neugier geweckt. Das Cover wirkt eher nichtssagend, fast unscheinbar. Und dann der Inhalt: Wow!
Von der ersten Seite an war ich gefesselt. Jacqueline Harpman erschafft eine dystopische Welt, die rätselhaft bleibt und gerade dadurch eine ungeheure Sogwirkung entfaltet. Ich habe das Buch mit angehaltenem Atem gelesen, bin den Gedanken der namenlosen Protagonistin durch eine verstörende Welt gefolgt und habe einer Erklärung bzw. einer Auflösung, regelrecht entgegengefiebert.
Im Zentrum steht eine Erzählerin, die als junges Mädchen unter seltsamen Umständen eingesperrt lebt und sich (nach einem einschneidenden Ereignis) in einer fremden, verlassenen Welt zurechtfinden muss. Sie kennt keine Männer, kennt keine gesellschaftlichen Strukturen, keine Geschichte. Und genau aus dieser Leerstelle heraus beobachtet und reflektiert sie alles mit einer beeindruckenden Klarheit. Aus dem wissbegierigen, klugen Mädchen wird eine strebsame, analytische Frau, die sich ihr Leben Schritt für Schritt erschließt. Ihre Entwicklung war sehr sehr inspirierend. Sie stellt Fragen, wo andere resignieren würden. und denkt weiter, wo andere sich mit dem Gegebenen abfinden.
Die Atmosphäre des Romans ist beklemmend und oft von einer stillen Einsamkeit durchzogen. Das Buch lebt von Gedanken, von innerer Entwicklung und von existenziellen Fragen: Was bedeutet Freiheit? Was macht Identität aus? Wie entsteht Wissen? Und was bleibt vom Menschsein, wenn alle gewohnten Strukturen wegfallen?
Das Ende ist eher unbefriedigend, denn viele Fragen bleiben offen. Er liefert keine einfachen Antworten, sondern fordert dazu auf, weiterzudenken. Und vielleicht liegt gerade darin seine Stärke. Trotz der düsteren Grundstimmung ist das Buch auf seltsame Weise mutmachend. Es zeigt, wie viel Kraft im Denken, im Lernen und im selbstbestimmten Handeln liegt.
Dieses Buch ist nicht neu und verdient doch heute mehr Aufmerksamkeit denn je. Es macht auf leise, aber eindringliche Weise klar, worauf es wirklich ankommt.
Mich hat es nachhaltig beeindruckt und meine Sicht auf die Welt ein Stück weit verändert. Ein außergewöhnlicher dystopischer Roman, der noch lange nachhallt.
Schon der Titel hat meine Neugier geweckt. Das Cover wirkt eher nichtssagend, fast unscheinbar. Und dann der Inhalt: Wow!
Von der ersten Seite an war ich gefesselt. Jacqueline Harpman erschafft eine dystopische Welt, die rätselhaft bleibt und gerade dadurch eine ungeheure Sogwirkung entfaltet. Ich habe das Buch mit angehaltenem Atem gelesen, bin den Gedanken der namenlosen Protagonistin durch eine verstörende Welt gefolgt und habe einer Erklärung bzw. einer Auflösung, regelrecht entgegengefiebert.
Im Zentrum steht eine Erzählerin, die als junges Mädchen unter seltsamen Umständen eingesperrt lebt und sich (nach einem einschneidenden Ereignis) in einer fremden, verlassenen Welt zurechtfinden muss. Sie kennt keine Männer, kennt keine gesellschaftlichen Strukturen, keine Geschichte. Und genau aus dieser Leerstelle heraus beobachtet und reflektiert sie alles mit einer beeindruckenden Klarheit. Aus dem wissbegierigen, klugen Mädchen wird eine strebsame, analytische Frau, die sich ihr Leben Schritt für Schritt erschließt. Ihre Entwicklung war sehr sehr inspirierend. Sie stellt Fragen, wo andere resignieren würden. und denkt weiter, wo andere sich mit dem Gegebenen abfinden.
Die Atmosphäre des Romans ist beklemmend und oft von einer stillen Einsamkeit durchzogen. Das Buch lebt von Gedanken, von innerer Entwicklung und von existenziellen Fragen: Was bedeutet Freiheit? Was macht Identität aus? Wie entsteht Wissen? Und was bleibt vom Menschsein, wenn alle gewohnten Strukturen wegfallen?
Das Ende ist eher unbefriedigend, denn viele Fragen bleiben offen. Er liefert keine einfachen Antworten, sondern fordert dazu auf, weiterzudenken. Und vielleicht liegt gerade darin seine Stärke. Trotz der düsteren Grundstimmung ist das Buch auf seltsame Weise mutmachend. Es zeigt, wie viel Kraft im Denken, im Lernen und im selbstbestimmten Handeln liegt.
Dieses Buch ist nicht neu und verdient doch heute mehr Aufmerksamkeit denn je. Es macht auf leise, aber eindringliche Weise klar, worauf es wirklich ankommt.
Mich hat es nachhaltig beeindruckt und meine Sicht auf die Welt ein Stück weit verändert. Ein außergewöhnlicher dystopischer Roman, der noch lange nachhallt.