Ein außergewöhnlicher Roman, der mir sehr gefallen hat.

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jules.books Avatar

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Der Roman "Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Harpman ist wirklich ganz außergewöhnlich und er hat mir sehr gut gefallen und berührt. Vierzig gefangene Frauen, die nicht wissen, warum sie gefangen genommen wurden, die sich nicht annähern dürfen, keinen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus haben existieren in einem Keller. Und doch verzweifeln sie nicht, leben in diesen unmenschlichen Umständen, versuchen sich zu arrangieren. Allein dieser Teil des Romans ist schon unglaublich bedrückend und gleichzeitig sehr berührend. Als dann plötzlich die Wärter verschwinden und es den Frauen durch einen Glücksfall gelingt aus ihrem Gefängnis auszubrechen, müssen sie sich zunächst an ihre Freiheit gewöhnen, die, wie es sich im Laufe des Romans herausstellt, gar keine Freiheit ist. Denn noch immer sind sie gefangen, in den Umständen, in denen sie leben, müssen ihr Leben diesen Gegebenheiten anpassen, haben trotz allem keinen freien Entscheidungsspielraum. Mich hat dieser Roman wirklich sehr berührt. Ein unglaublich dichter Roman, der toll und fesselnd geschrieben ist und für mich ein Highlight.