Ein Leben ohne Ursprung
„Die, die ich Männer nie kannte“ von Jacqueline Harpman ist ein ungewöhnlicher Roman, der einen ziemlich schnell in eine fremde und etwas beunruhigende Welt hineinzieht. Die Geschichte beginnt damit, dass 40 Frauen in einem unterirdischen Käfig gefangen gehalten werden. Die meisten von ihnen erinnern sich noch an ihr früheres Leben an Männer, Beziehungen und die Welt draußen. Nur die Erzählerin nicht. Sie hat keine Erinnerungen an ein „Davor“ und kennt nur die Gefangenschaft.
Als sich irgendwann die Möglichkeit zur Flucht ergibt, verändert sich alles. Aber statt einer klassischen Abenteuergeschichte geht es im weiteren Verlauf viel mehr darum, wie die Frauen mit dieser neuen, leeren Welt umgehen und vor allem, wie die Erzählerin versucht, sich selbst darin zu verstehen.
Was das Buch besonders macht, ist, dass vieles einfach nicht erklärt wird. Man erfährt nie genau, warum die Frauen gefangen waren oder was mit der Welt passiert ist. Das kann erstmal irritierend sein, aber eigentlich liegt genau darin der Reiz: Es geht weniger um das „Was ist passiert?“ und mehr um die Frage, wie man lebt, wenn einem fast alles fehlt: Erinnerungen, Orientierung, vielleicht sogar ein Gefühl von Sinn.
Die Erzählerin wirkt dabei oft sehr ruhig und beobachtend, fast ein bisschen distanziert. Gerade weil sie keine Vergangenheit hat, schaut sie anders auf die Dinge als die anderen Frauen. Während diese sich an früher festhalten, lebt sie komplett im Jetzt. Das macht ihre Perspektive spannend, aber auch ein bisschen einsam.
Auch das Fehlen von Männern spielt eine Rolle, allerdings nicht auf eine plakative oder einfache Weise. Es geht weniger darum, eine „Welt ohne Männer“ zu zeigen, sondern eher darum, was passiert, wenn vertraute Strukturen einfach wegfallen und man sich neu orientieren muss.
Die Sprache ist insgesamt eher schlicht und direkt, was gut zur Stimmung passt. Es gibt keine großen dramatischen Ausschmückungen, sondern eher eine ruhige, nachdenkliche Erzählweise, die einen trotzdem nicht loslässt.
Fazit:
Ein eher stilles, aber eindringliches Buch, das viele Fragen offenlässt und gerade deshalb lange im Kopf bleibt. Wenn du Geschichten magst, die mehr zum Nachdenken anregen als alles zu erklären, ist das definitiv lesenswert.
Als sich irgendwann die Möglichkeit zur Flucht ergibt, verändert sich alles. Aber statt einer klassischen Abenteuergeschichte geht es im weiteren Verlauf viel mehr darum, wie die Frauen mit dieser neuen, leeren Welt umgehen und vor allem, wie die Erzählerin versucht, sich selbst darin zu verstehen.
Was das Buch besonders macht, ist, dass vieles einfach nicht erklärt wird. Man erfährt nie genau, warum die Frauen gefangen waren oder was mit der Welt passiert ist. Das kann erstmal irritierend sein, aber eigentlich liegt genau darin der Reiz: Es geht weniger um das „Was ist passiert?“ und mehr um die Frage, wie man lebt, wenn einem fast alles fehlt: Erinnerungen, Orientierung, vielleicht sogar ein Gefühl von Sinn.
Die Erzählerin wirkt dabei oft sehr ruhig und beobachtend, fast ein bisschen distanziert. Gerade weil sie keine Vergangenheit hat, schaut sie anders auf die Dinge als die anderen Frauen. Während diese sich an früher festhalten, lebt sie komplett im Jetzt. Das macht ihre Perspektive spannend, aber auch ein bisschen einsam.
Auch das Fehlen von Männern spielt eine Rolle, allerdings nicht auf eine plakative oder einfache Weise. Es geht weniger darum, eine „Welt ohne Männer“ zu zeigen, sondern eher darum, was passiert, wenn vertraute Strukturen einfach wegfallen und man sich neu orientieren muss.
Die Sprache ist insgesamt eher schlicht und direkt, was gut zur Stimmung passt. Es gibt keine großen dramatischen Ausschmückungen, sondern eher eine ruhige, nachdenkliche Erzählweise, die einen trotzdem nicht loslässt.
Fazit:
Ein eher stilles, aber eindringliches Buch, das viele Fragen offenlässt und gerade deshalb lange im Kopf bleibt. Wenn du Geschichten magst, die mehr zum Nachdenken anregen als alles zu erklären, ist das definitiv lesenswert.