Ein moderner Klassiker

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Vierzig Frauen. Ein Keller. Drei Wächter, die sie mit Nahrung versorgen, bewachen, die regelmäßig ausgetauscht werden. So beginnt Jacqueline Harpmans ‘Ich, die ich Männer nicht kannte’, ein Roman, der zum ersten Mal in den 1990ern auf Französisch erschien und nun neu verlegt wurde, übersetzt von Luca Homburg. Auf die Handlung will ich gar nicht zu sehr eingehen, viel spannender sind nämlich die Fragen, die die Geschichte aufwirft: Was macht ein freies Leben aus? Was ein Gefängnis? Was bedeutet es Frau zu sein, ohne Männer? Was ist Wissen ohne direkten Nutzen wert? Und was Erinnerung?

Nach Vergleichen mit ‘Der Report der Magd’ und ‘Die Wand’ waren meine Erwartungen hoch – und schon nach den ersten Seiten hat mich die düstere, beklemmende Stimmung gepackt, die auch die Vergleichstitel ausmacht. Die meisten sind vermutlich schon auf zahlreiche Rezensionen und Lobeshymnen über das Buch gestoßen, und ich muss sagen, das kann ich absolut verstehen, denn der Roman liest sich wie ein moderner Klassiker – große Empfehlung auch meinerseits!