Ein surrealer Traum

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jannehanne Avatar

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Das Buch ist schwer zu beschreiben. Es liest sich ein bisschen wie ein Traum, hat dabei etwas Beklemmendes und Unwirkliches. Jemand hat mal beschrieben, der Roman sei wie ein Rorschachtest: Was ein Leser in dem Roman für sich herausliest, sagt viel über den Leser selbst.
Jacqueline Hartmann schafft eine surreale Welt. Zunächst begleitet man eine Gruppe von Frauen, eingesperrt unter der Erde, ohne dass man als Leser die Hintergründe näher versteht. Nach einer Havarie können die Frauen aus ihrem Gefängnis unter der Erde fliehen und irren fortan durch die Landschaft – was sich durchaus auch auf das Leben übertragen lässt.
Es geht um innere Themen, die uns antreiben: das Streben nach Wissen und Begreifen, nach miteinander verbunden sein. Aber auch die Feststellung, dass letztendlich jeder auf seine Weise allein im Leben ist.
Ich habe den Roman sehr gerne gelesen. Viele Bilder sind in meinem Kopf hängen geblieben und haben ein Gefühl hinterlassen, das sich schwer beschreiben lässt. Vielleicht geht es um eine grundlegende Sinnlosigkeit und zugleich darum, was wir als Menschen daraus machen. Wer sehr empfindsam auf Logiklücken reagiert, dem würde ich von dem Buch eher abraten. Wer jedoch ein philosophisches und besonderes Buch sucht, hat mit „Ich, die ich Männer nicht kannte" eine kleine Perle gefunden.