Ein Titel voller Geheimnisse
Es gibt Bücher, die klappt man zu und hat sie am nächsten Tag vergessen. Und dann gibt es Bücher wie dieses hier. Am besten geht man komplett blind an die Geschichte heran, denn je weniger man vorher weiß, desto stärker ist der Sog. Nur so viel vorab: Wer auf actionreiche Plottwists und haarklein erklärte Enden hofft, wird hier wahrscheinlich wahnsinnig. Wer aber Lust hat, noch wochenlang über eine Geschichte zu grübeln, ist hier genau richtig.
SPOILER:
Vierzig Frauen leben in einem abgeschlossenen, unterirdischen Raum ohne zu wissen, warum sie dort sind oder was außerhalb passiert ist. Bewacht werden sie von schweigsamen Aufsehern. Natürlich stellt man sich beim Lesen viele Fragen, doch überraschenderweise rücken diese nach und nach in den Hintergrund.
Statt eines klassischen Spannungsplots entfaltet sich eine ruhige, fast schon philosophische Geschichte über Identität, Erinnerung und Gemeinschaft. Besonders spannend ist die junge Erzählerin, die keine eigenen Erinnerungen an die Zeit vor der Gefangenschaft hat. Während andere an Vergangenem festhalten, muss sie Bedeutungen und Gefühle erst für sich entdecken. Das Setting wirkt dabei weniger wie ein reines Gefängnis, sondern eher wie ein streng kontrollierter Raum, in dem Stillstand herrscht. Alles scheint organisiert und doch fehlt etwas Entscheidendes: Entwicklung, Austausch, Zukunft.
Gerade dass nicht alles erklärt wird, macht für mich den Reiz aus. Das Buch ist leise, ungewöhnlich und voller Denkanstöße, und genau deshalb bleibt es im Kopf.
SPOILER:
Vierzig Frauen leben in einem abgeschlossenen, unterirdischen Raum ohne zu wissen, warum sie dort sind oder was außerhalb passiert ist. Bewacht werden sie von schweigsamen Aufsehern. Natürlich stellt man sich beim Lesen viele Fragen, doch überraschenderweise rücken diese nach und nach in den Hintergrund.
Statt eines klassischen Spannungsplots entfaltet sich eine ruhige, fast schon philosophische Geschichte über Identität, Erinnerung und Gemeinschaft. Besonders spannend ist die junge Erzählerin, die keine eigenen Erinnerungen an die Zeit vor der Gefangenschaft hat. Während andere an Vergangenem festhalten, muss sie Bedeutungen und Gefühle erst für sich entdecken. Das Setting wirkt dabei weniger wie ein reines Gefängnis, sondern eher wie ein streng kontrollierter Raum, in dem Stillstand herrscht. Alles scheint organisiert und doch fehlt etwas Entscheidendes: Entwicklung, Austausch, Zukunft.
Gerade dass nicht alles erklärt wird, macht für mich den Reiz aus. Das Buch ist leise, ungewöhnlich und voller Denkanstöße, und genau deshalb bleibt es im Kopf.