Ein wiederentdecktes Meisterwerk
Vordergründig erinnert "Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Harpman an viele der dystopischen Romane, Filme und Serien der letzten Jahre: Die Handlung ist angesiedelt in einer Welt, die der unseren ähnelt sich aber doch entscheidend von ihr unterscheidet. 40 Frauen fristen ihrer Tage als Gefangene in einem Käfig, bis sie eines Tages plötzlich frei sind und dann doch erkennen müssen, dass sie auch in Freiheit Gefangene bleiben. Mit diesem zwischenzeitlich in Vergessenheit geratenen Roman ist Harpman ein großes existenzialistisches Werk gelungen. Gekonnt wird Harpman die großen Fragen des Lebens auf und lässt die Leserinnen und Leser bei der Lektüre darüber nachdenken, was im Leben Bedeutung hat und was dem Leben Bedeutung gibt. Harpman schreibt über Momente des Glücks und Hoffnung vor einer steten und unabänderlichen Trostlosigkeit. Ohne Frage handelt es sich bei "Ich, die ich Männer nicht kannte" um ein vergessene - und nun zum Glück wiederentdecktes - Meisterwerk.