Einnehmend erzählt, aber mit Fragezeichen
Die Geschichte folgt einer jungen Frau, die ihre gesamte bewusste Kindheit und Jugend mit 39 Frauen in einem unterirdischen Käfig verbracht hat. Ohne Kontakt zur Außenwelt und bewacht von stummen Wärtern, ist ihr Horizont auf die Mauern ihres Gefängnisses begrenzt. Als sich die Türen des Gefängnisses schließlich plötzlich für die Gruppe öffnen, beginnt eine existenzielle Odyssee durch eine Welt, die sie nie kennengelernt hat.
Das Buch ist wundervoll gelesen und besticht durch eine ganz eigene, eindringliche Atmosphäre. Dennoch blieb bei mir ein zwiespältiger Eindruck zurück.
Mein Hauptkritikpunkt liegt in der Glaubwürdigkeit der Protagonistin: Sie kam im Alter von etwa drei Jahren in den Bunker und erhielt laut Erzählung bis zu ihrem 15. Lebensjahr so gut wie keine Ber0hrung, Zuneigung, Bildung durch die anderen Frauen. Dass sie am Ende dennoch lesen, schreiben und rechnen kann und ihre Geschichte mit einer derart reflektierten Eloquenz wiedergibt, empfand ich als Ungereimtheit.
Sicherlich kann man darüber diskutieren, wie streng man den Maßstab der Logik an eine Dystopie anlegen darf, doch für mich war diese Diskrepanz zwischen ihrer sozialen Isolation in der prägenden Phase und ihren kognitiven Fähigkeiten ein Stück weit „too much“. Es hat es mir erschwert, die Figur als absolut authentisch wahrzunehmen, auch wenn die erzählte Welt an sich hochinteressant bleibt.
Das Buch ist wundervoll gelesen und besticht durch eine ganz eigene, eindringliche Atmosphäre. Dennoch blieb bei mir ein zwiespältiger Eindruck zurück.
Mein Hauptkritikpunkt liegt in der Glaubwürdigkeit der Protagonistin: Sie kam im Alter von etwa drei Jahren in den Bunker und erhielt laut Erzählung bis zu ihrem 15. Lebensjahr so gut wie keine Ber0hrung, Zuneigung, Bildung durch die anderen Frauen. Dass sie am Ende dennoch lesen, schreiben und rechnen kann und ihre Geschichte mit einer derart reflektierten Eloquenz wiedergibt, empfand ich als Ungereimtheit.
Sicherlich kann man darüber diskutieren, wie streng man den Maßstab der Logik an eine Dystopie anlegen darf, doch für mich war diese Diskrepanz zwischen ihrer sozialen Isolation in der prägenden Phase und ihren kognitiven Fähigkeiten ein Stück weit „too much“. Es hat es mir erschwert, die Figur als absolut authentisch wahrzunehmen, auch wenn die erzählte Welt an sich hochinteressant bleibt.